Dienstag, 1. Januar 2019

30 Jahre INF-Vertrag:

Die ungewisse Zukunft eines Abkommens, das den Atomkrieg in Europa verhinderte


8.12.2017
https://de.rt.com/1bqg
von Leo Ensel
Im Herbst 1983 trat der Kalte Krieg in seine heißeste Phase. Nachdem US-amerikanische Spionageflugzeuge in den Wochen und Monaten zuvor wiederholt die Luftabwehr der Sowjets provoziert hatten, schoss das nervös gewordene sowjetische Militär am 1. September im Fernen Osten über der russischen Insel Sachalin die vom Kurs abgekommene südkoreanische Passagiermaschine KAL 007 versehentlich ab. Der damalige US-Präsident Ronald Reagan ließ es sich nicht nehmen, die 269 toten Passagiere als neuerlichen Beweis für die Unmenschlichkeit des von ihm so genannten „Reich des Bösen“ zu vereinnahmen.
Dreieinhalb Wochen später, in der Nacht vom 25. auf den 26. September1983, schrillten um 0:15 Ortszeit im Satellitenkontrollzentrum bei Moskau die Sirenen. Insgesamt fünfmal hintereinander meldete das Frühwarnsystem einen Start amerikanischer Interkontinentalraketen. Nur dem besonnenen Verhalten des diensthabenden Offiziers Stanislaw Petrow, der die Nerven behielt und – wie sich später herausstellte, richtigerweise – der Militärführung einen Fehlalarm aufgrund eines Computerirrtums meldete, ist es zu verdanken, dass der Welt mit hoher Wahrscheinlichkeit ein Atomkrieg aus Versehen erspart blieb!
Und vom 2. bis 12. November simulierte die NATO im Rahmen des Manövers „Able Archer 83“ den Atomkrieg gegen die Sowjetunion unter so realistischen Bedingungen, dass Staats- und Parteichef Jurij Andropow, von einem unmittelbar bevorstehenden amerikanischen Überraschungsangriff fest überzeugt, die sowjetischen Bomber in der DDR und Polen startklar machen und – einmalig in der Geschichte des Kalten Krieges – mit scharfen nuklearen Sprengköpfen bestücken ließ. Auch hier hat die Welt großes Glück gehabt, wenn es stimmen sollte, dass ausgerechnet der ins NATO-Hauptquartier eingeschleuste DDR-Topagent Rainer Rupp alias „Topas“ der Sowjetführung noch rechtzeitig vermelden konnte, dass es sich bei „Able Archer“ tatsächlich nur um eine Übung handelte.
NATO-„Nachrüstung“ mit erheblichen Folgen
Ende des Jahres begann die NATO im Rahmen der sogenannten „Nachrüstung“, atomar bestückte Mittelstreckenraketen (108 Pershing II und 664 Cruise Missiles) in Westeuropa zu stationieren, die auf strategische Ziele im Westen der Sowjetunion gerichtet waren. Was der westlichen Bevölkerung als Maßnahme zur Wiederherstellung des Gleichgewichts gegen die auf Westeuropa zielenden sowjetischen SS-20-Raketen verkauft wurde, brachte den USA einen gefährlichen strategischen Vorteil:
Erstmals seit der Kubakrise konnte die eine Supermacht die andere unmittelbar vor deren Haustür atomar bedrohen, wodurch sich die Vorwarnzeiten drastisch verkürzten – von einer halben Stunde bei Interkontinentalraketen auf acht Minuten!
Wie zu erwarten, zog der Warschauer Pakt kurze Zeit später nach, indem er atomare Kurzstreckenraketen in der DDR und der Tschechoslowakei stationierte, die ihrerseits auf die in der Bundesrepublik, Belgien, England und Italien aufgestellten Pershing II-Raketen und Cruise Missiles zielten, wodurch sich die Vorwarnzeit nochmals auf atemberaubende vier Minuten verkürzte.
Mitte der Achtziger Jahre lagerten allein in Westeuropa 7.300 amerikanische Atomsprengköpfe, davon schätzungsweise mehr als 5.000 in der Bundesrepublik Deutschland. (Analoge Zahlen für den Warschauer Pakt konnte ich bislang nicht eruieren.)
Damit hatten beide Seiten mitten in Europa ein gigantisches Pulverfass mit brandgefährlichem Selbstzündungspotential installiert. Der Zeitraum für menschliche Entscheidungen in Krisenfällen war fast auf Null geschrumpft. Ein weiterer Computerirrtum wie der vom 26. September 1983 wäre höchstwahrscheinlich nicht mehr so glimpflich verlaufen. Ein Atomkrieg zwischen beiden Supermächten, ob intendiert oder versehentlich, hätte mindestens die gesamte Nordhalbkugel in eine Wüste verwandelt – mit unabsehbaren Folgen für den gesamten Planeten. In Europa, namentlich in beiden deutschen Staaten, wäre kein Stein auf dem anderen geblieben.
Es war die im Frühjahr 1985 an die Macht gelangte sowjetische Administration um Michail Gorbatschow, die den Mut hatte, die völlig verfahrene Lage illusionslos zu analysieren, ihr ein „Neues Denken“, das dem Überleben der gesamten Menschheit absolute Priorität einräumte, entgegenzusetzen und das Ruder beherzt herumzureißen. Und es war kein Zufall, dass die zahlreichen Abrüstungsofferten Gorbatschows immer wieder die atomar bestückten Mittel- und Kurzstreckenraketen ins Visier rückten.
Nach zwei, zum Teil sehr turbulent verlaufenen Gipfeltreffen (November 1985 in Genf und Oktober 1986 in Reykjavik) gelang beim dritten Treffen von Reagan und Gorbatschow in Washington endlich der Durchbruch: Am 8. Dezember 1987 unterzeichneten die Staatschefs der beiden Supermächte den Intermediate Range Nuclear Forces-Vertrag, den ersten Abrüstungsvertrag in der Geschichte des Kalten Krieges!
Mit dem INF-Vertrag verpflichteten sich beide Seiten, erstmals eine komplette Waffengattung zu verschrotten:
Alle landgestützten Nuklearraketen und Marschflugkörper kürzerer (500–1.000 km) und mittlerer (1.000–5.500 km) Reichweite sowie deren Abschussvorrichtungen und Infrastruktur wurden im Laufe der folgenden drei Jahre zerstört. Konkret:
Unter wechselseitiger Kontrolle vernichteten die USA 846 und die Sowjetunion 1.846 Systeme. Der Vertrag verbot zudem die weitere Herstellung dieser Waffengattung.
Der INF-Vertrag erwies sich als Startsignal für weitere signifikante Abrüstungsschritte. Im Sommer 1991 vereinbarten Michail Gorbatschow und Reagans Nachfolger George Bush im Rahmen des START I-Vertrages, die Zahl ihrer strategischen Waffensysteme drastisch zu reduzieren. Insgesamt verringerten unter der Ägide Gorbatschows beide Supermächte ihr nukleares Arsenal um 80 Prozent!
Gegenwart: Vertrag gerät immer stärker unter Beschuss
Es muss daher alarmieren, wenn ausgerechnet der INF-Vertrag, der mittlerweile genau drei Jahrzehnte lang die akute Atomkriegsgefahr in Europa gebannt hat, immer stärker publizistisch – und möglicherweise auch real – unter Beschuss gerät. Und wie gehabt geben sich beide Seiten gegenseitig die Schuld. Ausgerechnet am 1. September diesen Jahres zitierte die Süddeutsche Zeitung ausführlich aus einem geheimen NATO-Dossier, das vom Bündnis an die Mitgliedsstaaten versandt worden war.
Unter dem Titel „Was wäre wenn?“ werden dort insgesamt 39 diplomatische und militärische Vorschläge aufgelistet, wie auf eine angebliche Verletzung des INF-Vertrages durch Russland zu reagieren sei. Der Vorwurf:
Russland habe einen neuen bodengestützten Marschflugkörper namens SSC-8 entwickelt, getestet und später auch stationiert. Allerdings wird nirgends die Reichweite dieses fiktiven oder realen Flugkörpers angegeben, so dass schon aus diesem Grund unklar bleibt, ob der INF-Vertrag überhaupt tangiert würde.
Ähnlich unspezifisch ist der westliche Vorwurf, die russische Iskander-Rakete 9K720 (NATO-Bezeichnung: SS-26-Stone) könne möglicherweise das Reichweitenlimit von 500 km übertreffen.
Sehr konkret dagegen sind die vorgeschlagenen militärischen Maßnahmen, die durch kreative Auslegung zwar noch nicht gegen den Buchstaben, umso mehr jedoch gegen den Geist des INF-Vertrages verstoßen und so die angespannten Beziehungen zu Russland weiter verschärfen würden:
Sie reichen von verstärkter Rotation von B-2- und B-52-Bombern aus den USA nach Europa, einem Ausbau der Frühwarnsysteme und der Raketen- oder U-Boot-Abwehr. Besonders heikel sind zwei Überlegungen:
die sogenannte nukleare Zielplanung auszubauen – also bereits die Ziele für Atomwaffen aufzuklären und festzulegen. Hier rät auch die Nato zur Vorsicht. Anders als bei dem Gedanken,
die Einsatzbereitschaft für jene Flugstaffeln zu erhöhen, die im Kriegsfall die Bomben abwerfen würden. Im Rahmen der sogenannten ‚nuklearen Teilhabe‘ könnte dies auch auf deutsche Piloten zukommen, zu diesem Zweck lagern bis heute auch amerikanische Bomben vom Typ B 61 auf einem von der Bundeswehr betriebenen Standort im rheinland-pfälzischen Büchel.
Zusammenfassend konstatierte die Süddeutsche:
Im Kongress wurden bereits die ersten gesetzgeberischen Schritte eingeleitet, dass die USA 2019 den INF-Vertrag aufkündigen könnten – dann würde drohen, dass die USA neue Raketen bauen und auch in Europa stationieren.
Raketenabwehrsystem provoziert Reaktion aus Moskau
Spätestens hier würde sich die Büchse der Pandora öffnen. Wie Russland reagieren würde, kann man sich an fünf Fingern abzählen. Dabei ist es kein Geheimnis, dass Russland selbst seit längerem den USA vorwirft, ihrerseits den INF-Vertrag zu unterlaufen. Anlass ist einmal mehr das sogenannte NATO-Raketenabwehrsystem, das die USA seit 2007 verstärkt vorantreiben, besonders dessen Module in Rumänien und Polen.
Die seien, so die russische Position, mit Startvorrichtungen ausgestattet, die in der Lage wären, nicht nur Abfangraketen, sondern auch offensive Tomahawk-Marschflugkörper abzufeuern. Obwohl angeblich gegen Raketen aus dem Iran gerichtet, habe die NATO nach dem Atomabkommen mit dem Iran keinen Grund gesehen, dieses offensichtlich obsolet gewordene Projekt auszusetzen. Dies verstärkt den russischen Verdacht, der Raketenabwehrschild habe sich in Wahrheit von Anfang an gegen Russland gerichtet. Auch hier kann sich jeder ausrechnen, wie Russland in der Logik der Abschreckungstheorie reagieren muss, sobald das System einsatzbereit ist.
Erschwerend kommt hinzu, dass aufgrund der veränderten geopolitischen Situation Russland seinerseits den INF-Vertrag als nicht mehr zeitgemäß betrachten könnte.
Seit 2007 mehren sich dort die Stimmen, andere Länder in Russlands Nachbarschaft wie Indien, Pakistan, China und Nordkorea hätten ihr Potenzial an Kurz- und Mittelstreckenraketen in den letzten 20 Jahren erheblich erweitert. Russland stehe also vor neuen Bedrohungen, denen die USA nicht ausgesetzt seien.
Druck von unten ist nötig
Was tun? Ausgerechnet das NATO-Dossier „Was wäre wenn“ hat hier unter der Rubrik „Diplomatische Überlegungen“ zur Abwechslung auch mal ein paar diskussionswürdige Vorschläge zu bieten:
Die Überlegungen kreisen darum, China und Indien einzubeziehen. Klug klingt auch der Gedanke, gegenseitig für volle Transparenz zu sorgen, womöglich gar Inspektionen zu erlauben. Amerikaner und Russen könnten sich dann vor Ort selbst ein Bild machen und überprüfen, ob es den von ihnen vermuteten Bruch des Vertrages wirklich gibt. Ein Muster also ähnlich den Inspektionen zum INF-Vertrag, die allerdings 2001 endeten.
Die Wiederaufnahme der Inspektionen könnte in der Tat ein konstruktiver Schritt aus der Misstrauensspirale heraus sein – unter der Voraussetzung, dass die Module des Raketenabwehrschilds der NATO miteinbezogen würden! Eine der wichtigsten Maßnahmen zur Deeskalation nennt das Papier aber bezeichnenderweise nicht: Ausbau und Inbetriebnahme des Raketenabwehrsystems ganz auszusetzen.
Dazu dürfte die NATO ohne massiven Druck aus der eigenen Bevölkerung auch so schnell nicht bereit sein. Mit anderen Worten:
Es bedarf einer kritischen Öffentlichkeit in allen Ländern, einer neuen Bewegung „von unten“ analog der Friedensbewegung der Achtziger Jahre, die zur Not beide Seiten erneut an den Verhandlungstisch zwingt und auf der Einhaltung von Buchstaben und Geist des INF-Vertrages besteht, der vor genau 30 Jahren Europa vor der Gefahr eines atomaren Infernos bewahrt hat!
Spätere Generationen, sollte es sie geben, würden uns niemals verzeihen, das Gorbatschowsche Erbe fahrlässig verprasst zu haben.
https://deutsch.rt.com/international/61864-30-jahre-inf-vertrag-ungewisse-zukunft-abkommen/


„Bumerangeffekt der US-Politik


Russland plant Luftwaffenbasis vor Küste Venezuelas
22.12.2018
https://de.rt.com/1qvp
Da Washington entschlossen ist, aus dem wegweisenden INF-Vertrag auszusteigen, scheint Moskau nach einer Antwort zu suchen. Russische Medien haben diplomatische Quellen zitiert, aus denen hervorgeht, dass Moskau den Blick auf eine strategische Luftwaffenbasis vor der Küste Venezuelas richtet.
Die Ankunft von zwei russischen strategischen Tu-160-Bombern Anfang dieses Monats in Venezuela hat eine nervöse Reaktion Washingtons ausgelöst und zu einem kurzen, hitzigen Austausch zwischen US-amerikanischen und russischen Amtsträgern geführt. Dies könnte der Auftakt zu einem ehrgeizigeren Unterfangen gewesen sein, verriet die russische Tageszeitung Nesawissimaja Gaseta (NG) unter Berufung auf militärische und diplomatische Quellen.
Die Quellen berichteten dem Blatt, dass Moskau bestrebt sei, eine semi-permanente Basis für die russische Langstreckenluftfahrt auf einer der venezolanischen Inseln in der Karibik zu errichten, während es sich auf die „langfristige militärische Präsenz“ im „Hinterhof“ der USA vorbereite.
Die Basis sollte angeblich auf der Karibikinsel Orchila, etwa 160 Kilometer von der venezolanischen Hauptstadt Caracas entfernt, errichtet werden. Die Insel beherbergt einen venezolanischen Flugplatz sowie eine Marinebasis und wurde bereits vor zehn Jahren vom russischen Militär besucht. Der verstorbene venezolanische Staatschef Hugo Chávez habe Russland bereits 2008 angeboten, dort eine Luftwaffenbasis einzurichten, berichtete die NG und fügte hinzu, dass Moskau zu diesem Zeitpunkt gezögert habe, eine solche Entscheidung zu treffen.
Zehn Jahre später befinden sich die Beziehungen zwischen Russland und den USA wohl an ihrem Tiefpunkt seit dem Kalten Krieg. Washington versucht, sich von wichtigen Rüstungskontroll vereinbarungen zurückzuziehen, einschließlich des „Intermediate Range Nuclear Forces Treaty“ (INF), der alle Kurz- und Mittelstreckenraketen verbietet. Die Pläne der USA provozierten eine heftige Reaktion aus Moskau. So wolle man „Maßnahmen ergreifen“, sollten neue amerikanische Raketen, die die Sicherheit Russlands bedrohen, in Europa stationiert werden.
Eine Luftwaffenbasis in Venezuela, die in der Lage ist, russische strategische nuklearfähige Langstreckenbomber aufzunehmen, könnte durchaus eine Gegenmaßnahme darstellen, glauben Experten. „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass wir, wenn alle Vereinbarungen [aus dem INF-Vertrag] aufgegeben werden, sowohl symmetrische als auch asymmetrische Schritte unternehmen müssen, um Stabilität zu gewährleisten“, sagte Andrej Koschkin, der Leiter des Lehrstuhls für Soziologie und Politikwissenschaften an der russischen Plechanow-Universität für Wirtschaft, gegenüber RT und fügte hinzu, dass eine solche Basis, aus diesem Blickwinkel betrachtet, eine gute Option wäre.
Der Austritt aus dem INF-Vertrag würde es den USA potenziell ermöglichen, Atomraketen nach Europa zu entsenden und zu stationieren, was eine Bedrohung für Russland darstellt, warnten Experten und suggerierten, dass der Einzug in den „Hinterhof“ der USA die einzige praktikable Antwort für Russland sein könnte. Mit erhöhtem Einsatz rückt das Gespenst einer militärischen Konfrontation jedoch immer näher.
„Dies könnte zu einem Auftakt zu etwas Ähnlichem wie einer Karibikkrise werden“, erklärte Konstantin Siwkow, ein pensionierter Marineoffizier und Militäranalyst, gegenüber RT.
Absichten und Hürden
Die Situation ist noch immer alles andere als sicher. Russische Amtsträger haben sich zu diesem Thema bisher noch nicht geäußert – und Caracas hat Berichte über eine mögliche „russische Basis“ auf venezolanischem Boden offen bestritten. Venezolanische Beamte deuteten jedoch an, dass sie mehr als bereit seien, eine solche Option in Betracht zu ziehen. „Ich wünschte, es wäre wahr, aber das ist es nicht“, sagte der Präsident der Verfassungsgebenden Nationalversammlung Venezuelas Diosdado Cabello vor Journalisten, als er nach dem Stützpunkt gefragt wurde.
Caracas hat auch klar seine Absicht bekundet, die militärische Zusammenarbeit mit Russland „auszuweiten“ und „effektiver zu gestalten“. „Wir wollen über die übliche militärisch-technische Zusammenarbeit hinausgehen“, sagte der venezolanische Verteidigungsminister Vladimir Padrino López bereits im April zu seinem russischen Amtskollegen Sergei Schoigu und fügte hinzu, dass beide Länder „die Zusammenarbeit auf operativer Ebene entwickeln sollten“.
Ein Haupthindernis ist, dass die venezolanischen Gesetze keine ständige ausländische Präsenz auf dem Territorium des eigenen Landes zulassen, aber Moskau und Caracas scheinen einen Weg gefunden zu haben, sie zu überwinden. Die russischen Bomber sollen nach Angaben der NG-Quelle turnusmäßig auf der Insel eingesetzt werden – statt einer dauerhaften Stationierung. Schoigu hat bisher nur bestätigt, dass das russische Militärflugzeug weiterhin nach Venezuela fliegen wird, während auch die russischen Marineschiffe seine Häfen nutzen könnten.
So weit weg vom russischen Territorium gelegen, bräuchte Moskau allerdings wahrscheinlich eine vollwertige militärische Einrichtung, erklärte Siwkow und fügte hinzu, dass eine kleine Anlage nicht ausreichen würde, um die russischen Operationen in der Region zu unterstützen. „Es könnte zunächst auf eine begrenzte Präsenz auf der Ebene eines Eingreifgeschwaders oder eines Flugregiments reduziert werden“, sagte er und fügte hinzu, dass Russland dann wahrscheinlich seine Präsenz erhöhen würde, indem es Treibstoff- und Munitionsdepots bauen, Luftverteidigungssysteme in dem Gebiet einsetzen und die Anlage in Venezuela möglicherweise ähnlich der russischen Basis Hmeimim gestalten würde.
Die Ankunft von nur zwei strategischen russischen Tu-160-Bombern für Übungen in Venezuela hat bereits die Nerven der Regierung in Washington auf die Probe gestellt und eine Welle der Hysterie in den westlichen Medien ausgelöst. Einige haben den potenziellen Standort sogar anhand von Satellitenaufnahmen genau untersucht und nannten ihn „eine beispiellose strategische Bedrohung für das Festland der Vereinigten Staaten auf der westlichen Hemisphäre“.
https://deutsch.rt.com/international/81493-auftakt-zur-kubakrise-20-russland-luftwaffenbasis-venezuela/

Putin mit einer deutlichen Warnung an die USA

Macht keinen Fehler!
21/12/2018
 
In seiner Rede an das Verteidigungsministerium warnte Putin klar und deutlich, dass die USA besser keine falschen Schlussfolgerungen ziehen sollten wenn man die Militärausgaben zwischen USA mit 725 Milliarden und Russland mit 46 Milliarden Dollar vergleicht.

Die Rede des russischen Präsidenten Wladimir Putin vor einer erweiterten Sitzung des Verteidigungsministeriums am 18. Dezember in Moskau ist eine Tour d’horizon des globalen strategischen Gleichgewichts. Die Rede ist vor dem Hintergrund des freien Falles der Beziehungen zwischen den USA und Russland, des Aufbaus der NATO-Infrastruktur an den Westgrenzen Russlands und insbesondere der Erklärungen der Trump-Regierung über den Rückzug der USA aus dem INF-Vertrag (Intermediate-Range Nuclear Forces) von 1987 zu sehen.

Putins klare Botschaft geht in drei Richtungen:

-Die Modernisierung der russischen Streitkräfte war sehr erfolgreich, und die Kampfbereitschaft der russischen Streitkräfte ist auf einem historisch hohen Niveau;
-Russland hat neue hypersonische Waffen mit immenser Zerstörungskraft entwickelt, die in Serie gehen und mit strategischen Atomstreitkräften eingesetzt werden können, auf die die USA keine Antwort haben;
-Russland ist entschlossen, sicherzustellen, dass alle Versuche der USA, das strategische Gleichgewicht zu ihren Gunsten zu kippen, wirksam bekämpft werden.

Putin teilte mit, dass der Anteil der modernen Waffen an der “Atomtriade” Russlands (Luft-, Marine- und Bodentruppen) bereits auf einem beeindruckenden Niveau von 82 Prozent liegt.
“Diese Waffen (einzigartige hochmoderne Waffen wie das Avangard-Raketensystem, die Sarmat-Rakete, die Kinzhal-Hyperschall-Luft-Lenkwaffe, die Peresvet-Kampflaserwaffen usw.) werden das Potenzial unserer Armee und Marine vervielfachen und damit die Sicherheit Russlands für Jahrzehnte zuverlässig und absolut gewährleisten. Diese Waffen festigen das Kräftegleichgewicht und damit die internationale Stabilität. Ich hoffe, dass unsere neuen Systeme denen, die an militaristische und aggressive Rhetorik gewöhnt sind, Denkanstöße geben werden.”

Der Schwerpunkt der Rede Putins lag auf den Plänen der USA, sich aus dem INF-Vertrag zurückzuziehen. Er betonte:
”Ein solcher Schritt wird schlimme Folgen haben und die regionale und globale Sicherheit spürbar schwächen. Langfristig kann es sogar zur Verschlechterung und zum Zusammenbruch der gesamten Architektur der Rüstungskontrolle und der Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen führen. Ich habe dies bereits öffentlich erwähnt, und ich halte es für wichtig, es noch einmal direkt für dieses Publikum zu sagen – so werden wir gezwungen sein, zusätzliche Maßnahmen zur Stärkung unserer Sicherheit ergreifen…..”

Putin warnte klar davor, dass die neu entwickelten russischen Kinzhal-Hyperschallraketen (mit einer Geschwindigkeit von mehr als Mach 10 und einer Reichweite von 2000 Kilometern), die derzeit auf Mig-31-Flugzeugen eingesetzt werden, ebenfalls modifiziert “und bei Bedarf am Boden platziert” werden können.

Geopolitisch gesehen hat Putin die Schlussfolgerung gezogen, dass Moskau nicht blinzeln wird und die russische Militärstärke unbezwingbar ist. Ganz offensichtlich kommt die strenge russische Warnung zu einem Zeitpunkt, da die USA die europäischen Verbündeten drängen, mehr Sanktionen gegen Russland zu verhängen, und drohen, ihre militärische Präsenz im Schwarzen Meer nach dem Vorfall in der Kertschstraße im vergangenen Monat zu verstärken.
Die Spannungen über die Ukraine, die historisch gesehen im Ersten Kreis der russischen Landesverteidigung liegt, nehmen zu.
Russland hat Berichten zufolge Sukhoi Su-27 und SU-30 Kampfflugzeuge zur Belbek Air Base auf der Krim stationiert. Außenminister Sergej Lawrow sagte am Montag: Auf der Grundlage der in Moskau verfügbaren Informationen, dass die Ukraine Ende dieses Monats militärisch provokante Aktionen an der Grenze zur Krim durchführen könnte und dass die ukrainischen Streitkräfte rund 12.000 Soldaten und eine große Menge an Ausrüstung am Grenzverlauf mit der aufständischen Region Donbass angesammelt haben.

Lavrov teilte mit, dass Ausbilder aus den USA, Großbritannien und anderen Ländern den ukrainischen Aufbau der Armee aktiv unterstützen, während auch US-Drohnen ständig über die Region fliegen. Mit der nahezu sicheren Gewissheit, dass die Chancen des US-Vasallen Petro Poroshenko, bei den Präsidentschaftswahlen im März ein erneuertes Mandat zu gewinnen, praktisch gleich Null, sind die USA bereit den Boden zu bereiten für eine Integrierung der
Ukraine in die NATO und die EU. Putin berührte die Ukraine nur kurz und sagte, der Konflikt in der südöstlichen Region sei "unvermindert geblieben".

Putin in seiner Rede am Mittwoch einen deutlichen Hinweis auf China gegeben und die Militärübungen von Wostok-2018 begrüßt. Er sagte, dass die Manöver dazu beigetragen haben "das Niveau" der Einsatz- und Kampfausbildung der russischen Streitkräfte erheblich zu verbessern. Auch die Fähigkeit wurde unter Beweis gestellt, dass "Kräfte und Ausrüstung in der Lage sind schnell und unverzüglich sich über 7000 km zu bewegen" und die Einheiten in wichtigen strategischen Bereichen schnell zu verstärken, wo immer dies erforderlich ist".
Putin fügte dann hinzu, dass es "wichtig" sei, festzustellen, dass Einheiten aus China "auch nach dem Generalplan handelten, in Einzelformation mit unseren Truppen".

Anstatt sich in ein lähmendes Wettrüsten zu stürzen, das die Ressourcen belasten wird, werde sich Russland auf die Entwicklung strategischen Fähigkeiten konzentrieren, die darauf abzielen werden dem Westen, einschließlich der USA, kolossale Verluste und Zerstörungen zuzufügen und ihn so davon abhalten militärische Abenteuer gegen Russland zu starten. Daher räumte Putin der "weiteren Stärkung des Kampfpotenzials der strategischen Atomstreitkräfte" höchste Priorität ein. Er betonte, wie wichtig es ist, yu Waffen von verbesserten Fähigkeiten überzugehen, die Raketenabwehrsysteme der USA und insbesondere die Produktion und Lieferung der Avangard Global Range Raketensysteme an die Streitkräfte überwinden.

Der Kommandant des russischen Generalkommandanten der Strategic Missile Force, Sergej Karakajew, sagte am Montag in einem Interview mit der Zeitung Krasnaja Swesda, dass die ersten hyperschallgetriebenen Avangard-Raketensysteme 2019 in den Kampfdienst bei der Raketenabteilung Dombarowskij mit Sitz in der Region Orenburg im Südural eintreffen werden. Laut einem TASS-Bericht ist der Avangard ein strategisches interkontinentales ballistisches Raketensystem, das mit einem hypersonischen Gleitfahrzeug ausgestattet ist, das in der Lage ist, mit hypersonischer Geschwindigkeit in den dichten Schichten der Atmosphäre zu fliegen, durch seine Flugbahn und seine Höhe zu manövrieren und jede Raketenabwehr zu durchbrechen.
http://uncut-news.ch/wp-content/uploads/2018/12/macht-keinen-fehler.pdf

Fällt die totale atomare Vernichtung Deutschlands doch aus?

Chancen für INF- Vertrag
24.10.2018
Tilo Gräser

Nachdem die US-Administration den Ausstieg aus dem INF-Vertrag angekündigt hat, warnen viele Experten vor den Folgen. Unterdessen haben sich US-Präsident Donald Trump und Präsident Wladimir Putin auf ein neues Gipfeltreffen geeinigt. Abrüstungsexperte Lutz Kleinwächter sieht Chancen, dass ein Erhalt des INF-Vertrages möglich ist.

Lutz Kleinwächter ist Politikwissenschaftler, Professor an der „bbw Hochschule der Wirtschaft“ in Berlin und Abrüstungsexperte. Er ist Vorsitzender des Vereins „WeltTrends e.V.“, der die gleichnamige Zeitschrift herausgibt, und Mitglied der „Studiengruppe Entmilitarisierung der Sicherheit“ (SES). Sputnik sprach mit ihm am Rand der Videokonferenz zwischen Berlin und Moskau, zu der Rossiya Segodnya am Mittwoch eingeladen hatte.

Professor Kleinwächter, die US-Administration unter Donald Trump hat angekündigt, aus dem INF-Vertrag auszusteigen. Wie ist das einzuschätzen?

Vom Grundsatz her ist das natürlich eine außerordentlich verantwortungslose Position, die Trump hier an den Tag legt. Es wäre ein sehr schwerer Schlag gegen das Abrüstungsregime. Gleichzeitig muss man aber sehen: Er hat unmittelbar seinen Gesandten zu Putin geschickt, und es haben Gespräche stattgefunden. Die USA sind im Wahlkampf, das heißt, Trump tritt natürlich sehr stark auf. Trotzdem geht das so nicht.

Erfreulich ist, dass am 11. November ein Treffen mit Putin stattfinden wird. Das letzte Gipfeltreffen in Helsinki findet hier seine Fortsetzung. Ich hoffe, dass beide Seiten sich in diesem Prozess einigen werden, dass sie diesen Vertrag aufrechterhalten werden und dass man neue Abkommen abschließt und das „New START“-Abkommen in diesem Prozess verlängert wird. Ich hoffe natürlich auch, Trump will seine Unterschrift unter neuen Verträgen haben. Er möchte als der große Macher dastehen. Ich glaube, da ist auch ein Ansatz, wo die russische Seite, wo Putin mit ihm ins Geschäft kommen kann. Das muss natürlich verantwortlich geschehen.

Die US-Seite begründet ihren angekündigten Ausstieg mit Vorwürfen gegen die russische Seite, die angeblich den Vertrag verletzen würde. Wie ist das einzuschätzen? Und ist der Ausstieg aus einem Vertrag möglich, indem gesagt wird, die andere Seite verletzt ihn ja, also steige ich gleich mal aus?
Die Verletzungsvorwürfe sind gegenseitig. Einerseits wirft die US-Administration der russischen Seite vor, dass sie den Vertrag mit neuen, für sie nicht ganz durchschaubaren Stationierungen von Marschflugkörpern hier verletzen würde. Umgedreht argumentiert die russische Seite, dass die US-Raketenabwehrsysteme, die sowohl in Europa als auch in Japan stationiert werden, ebenso eine Verletzung des Vertrages sind, weil diese Abwehrraketen in diesem Verbotsbereich zwischen 500 und 5000 Kilometern liegen. Dahingehend muss man sich einfach an den Tisch setzen. Man muss verhandeln. Man muss das natürlich ausräumen und entsprechende Kontrollmechanismen schaffen. Sowas gibt es bereits, und man konnte sich bisher einigen. Ich glaube, mit gutem Willen beider Seiten ist der Vertrag zu erhalten.

Natürlich kann jede Seite mit Ankündigung aussteigen. Das ist damals 1987 auch vereinbart worden. Beide Seiten können auch einzeln aus dem Vertrag aussteigen, indem sie entsprechend die andere Seite informieren. Aber das ist ein vollkommen kontraproduktiver Schritt, noch dazu, wo wir seit 1987, mit den Vereinbarungen von Gorbatschow und Reagan damals, bis heute in dem Bereich der Nuklearwaffen eine deutliche Reduzierung der Kernsprengköpfe und der Trägersysteme haben – in großen Dimensionen von 30.000 bis 40.000 runter auf etwa 2000. Auch wenn das immer noch zu viel ist. Wir haben hier eine gewisse Trendwende. Das ergibt wenig Sinn, wieder in diese alte Logik der Hochrüstung, der Weiterrüstung und so weiter zu verfallen. Dabei kann niemand gewinnen. Keiner.
Was können die US-Interessen hinter diesem angekündigten Schritt sein? Sie verwiesen schon auf den Wahlkampf. Manche Beobachter sagen, das zielt mehr in Richtung China.

Es sind mehrere Probleme. Ich würde erst mal den Wahlkampf sehen. Und vor dem Wahlkampf ist nicht nach dem Wahlkampf. Gerade in der aufgeheizten Situation in den USA ist das klar. Natürlich ist der damalige Vertrag von 1987 ein Vertrag gewesen, der vor allen Dingen die damalige Sowjetunion und die USA betraf. Er betraf vor allen Dingen Europa. Die Vereinbarung hatte also damals in der Blockkonfrontation eine ganz spezifische Funktion und war ein gigantischer Erfolg, vor allen Dingen für die Europäer, dass eine starke nukleare Abrüstung in diesem Waffensystem erfolgte. Heute ist die Situation natürlich komplizierter geworden. Das Nichtverbreitungsregime funktioniert nur sehr löcherig.

Wir haben natürlich aus Sicht der USA einen Aufwuchs von Kernwaffenstaaten. Trump hat insbesondere China angesprochen, wo in dem Bereich, der zwischen den beiden Supernuklearmächten verboten ist, mit China eine neue Macht in Erscheinung tritt. China ist nicht Teilnehmer des Vertrages, kann also hier nicht von vornherein zu irgendwas gezwungen werden. Man muss zwischen Russland und den USA, auch mit China, ins Gespräch kommen, dass dieser Prozess der nuklearen Abrüstung über kurz oder lang auch andere Staaten einbeziehen muss.
Sie haben schon von Ihren Hoffnungen gesprochen, dass es zu einer neuen, vernünftigen Regelung kommt. Wie begründet sind diese Hoffnungen? Beobachter sagen auch, mit diesem Schritt setzen eigentlich die Republikaner durch, was sie schon lange wollten, eben den Ausstieg, und dass sie Trump jetzt nur benutzen, um diesen Schritt durchzuziehen.

Das muss man beobachten. Ja, es gibt erzreaktionäre Kräfte in den USA, auch und gerade in den republikanischen Kreisen und auch darüber hinaus, die hier ein ungebremstes Wettrüsten vom Zaun brechen wollen. Ich bin nicht der Überzeugung, dass Trump das wirklich will. Trump denkt meiner Ansicht nach etwas anders. Er will von Anfang an, auch schon im Wahlkampf, den Deal mit Russland. Diese sehr stark auf Aufrüstung orientierten Kräfte haben bisher versucht, den Dialog mit aller Macht zu verhindern. Trump hat sich aber, mit vielen Fehlern und falschen Schritten, letztlich durchgesetzt. Dieser Dialog hat begonnen. Ich kann nur hoffen, dass er sich dort gegen diese letztlich relativ schwache republikanische Partei – von den Demokraten rede ich gar nicht – in der Frage der Verhandlungen und des Deals mit Russland durchsetzen kann.
https://de.sputniknews.com/politik/20181024322739153-atomwaffen-abruestung-inf-vertrag/

Die Mythen über die militärische Überlegenheit der USA und über die Unverwundbarkeit der USA sind totaler Quatsch.

Eine dringend nötige „Alphabetisierung“ (LikBez) über russisch Tu-160 Bomber in Venezuela
vom Saker
22.12.2018 

Rostige Museumsantiquitäten oder der Todesstern aus Star Wars?
Erinnert ihr euch, was geschah, als der Flugzeugträger Admiral Kuznetsov um Europa herum schipperte, um das östliche Mittelmeer zu erreichen? Die NATO-Führungskräfte machten sich über den schwarzen Rauch lustig, der aus dem Schiffsmotor kam, während sie gleichzeitig die Kuznetsov beschatteten, als wäre es der Todesstern aus Star Wars und als ob sein letztes Ziel darin bestünde, die britischen Inseln auszulöschen. Offen gesagt, das ist nichts Neues. Schon während des Kalten Krieges kanzelten westliche Propagandisten gerne alle sowjetischen Waffensysteme als Schrott ab und erklärten gleichzeitig, dass sie die schrecklichen Waffen eines mordorähnlichen Bösen Imperiums seien, das die gesamte freie Welt zerstören würde. Diesmal sehen wir genau das gleiche Muster wieder:
Die NATO ist damit beschäftigt, "Museumsstücke" abzufangen.
 Der US-Botschafter in Kolumbien, Kevin Whitaker, erklärte, dass diese Flugzeuge so alt wie "Museumsstücke" seien.
Mike Pompeo (der sogar Nikki Haley fast klug und fast süß aussehen lässt!) erklärte wütend, dass es sich hierbei um einen Fall von "zwei korrupten Regierungen handelt, die öffentliche Gelder verschwenden und Liberty und Freiheit unterdrücken, während ihr Volk leidet".
Diego Moya-Ocampos, Senior Analyst bei IHS Markit Ltd, einem in London ansässigen globalen Informationsdienstleister, erklärte: "Dies ist Russland, das versucht, die USA zu zwingen, zu sagen: "Hören Sie zu, wenn Sie sich davon zurückziehen, und wenn Sie diese Schritte in Europa unternehmen, werden wir auch diese Schritte unternehmen". Er fügte hinzu, dass eine "russische Basis eine viel größere Investition in Venezuela darstellen würde, als Russland signalisiert hat, sowie eine größere Provokation gegenüber den Vereinigten Staaten"...
Die Tu-160 ist in der Tat ein schwerer strategischer Überschall-Bomber, was bedeutet, dass sie die Geschwindigkeit und Reichweite haben, um Ziele auf große Entfernungen zu treffen (wie weit hängt von der Last, der Verfügbarkeit von Betankung während des Fluges und dem Flugprofil ab; normalerweise wird eine maximale Reichweite von 12.000 km angegeben). Während die Tu-160 normale ("dumme") Bomben tragen kann, sind ihre Hauptwaffen Marschflugkörper, insbesondere sechs Raduga Kh-55SM/101/102/555 Raketen oder zwölf AS-16 Kickback-Raketen.
Erstere hat eine Reichweite von etwa 4.500 bis 5.500 km (2.800-3.100-3.400 mi; einige Quellen behaupten sogar eine Reichweite von bis zu 10.000 km (6.200 mi) bei einer Flugdauer von 10 Stunden.
Die AS-16 ist eine Kurzstreckenwaffe mit einer Reichweite von 300 km (160 nmi), die 40.000 m (130.000 ft) hoch fliegen und dann mit einer Geschwindigkeit von Mach 5 sinken kann.
Beide Raketen verfügen über einen niedrigen Radarquerschnitt, eine fortschrittliche Steuerung (einschließlich Endanflug), ein bordeigenes elektronisches Störgerät und Manövrierfähigkeiten. Schließlich existieren diese Raketen in verschiedenen Varianten, darunter konventionelle, nukleare und gegen Schiffe.
Die erste Schlussfolgerung, so deuten diese Zahlen darauf hin, besteht darin, dass Russland seine Bomber nicht in die Nähe der USA schicken muss, um einen starken konventionellen oder nuklearen Angriff durchzuführen: Mit einer Reichweite zwischen 4.500 und 10.000 km erfordert die Hauptraketenbewaffnung der Tu-160 nicht, dass sich dieser Bomber zum Zeitpunkt des Abschusses der Rakete irgendwo in der Nähe des Ziels befinden muss. Anstatt von Venezuela aus anzugreifen, kann die Tu-160 ihre Raketen von der Polarkappe aus abfeuern und dennoch die kontinentalen USA treffen.
Das gilt für Bomber, aber es gilt noch mehr für auf Schiffen und U-Booten stationierten ballistischen Raketen und Cruise Missiles.
Zweitens ist das nicht das erste Mal, dass das russische Militär Venezuela einen Besuch abstattet: Russische Bomber haben das Land 2013 besucht, und russische Marineschiffe haben das 2008 getan. Damals ist nichts passiert und heute wird auch nichts passieren.
Also, was soll diese ganze Hysterie?
Meiner Meinung nach geht es hier um die US-Innenpolitik und, sagen wir, um "Informationsmanagement": Jedes Mal, wenn das russische Militär Venezuela besucht, ist die US-Bevölkerung gefährlich nahe daran, drei Dingen zu erfahren, die die Neokons und ihr Tiefer Staat unbedingt vor der US-Bevölkerung geheim halten wollen:
⦁ Das US-Festland ist völlig unverteidigt, aus dem sehr einfachen Grund, dass (fast!) niemand es bedroht.
⦁ Russland verfügt über die Mittel, um konventionelle und nukleare Angriffe überall in den USA durchzuführen.
⦁ Wir waren noch nie so nah an einem umfassenden konventionellen und nuklearen Krieg wie heute.
Betrachten wir jede dieser Aussagen einzeln.
Die USA sind völlig unverteidigt, weil niemand sie bedroht.
Zwar können Russland und (in geringerem Maße) China die USA treffen. Aber da sie das nur auf Kosten eines schrecklichen Gegenschlags der konventionellen und nuklearen Streitkräfte der USA tun könnten, sind die US-Militärplaner und -Analysten ziemlich zuversichtlich, dass weder Russland noch China einen solchen Angriff starten werden. Außerdem haben weder die Sowjetunion noch Russland im Gegensatz zum AngloZionistischen Imperium jemals einen Angriff auf die USA oder Europa geplant.
Nebenbemerkung:
kurze Erinnerung für die Gläubigen an die "westliche Werte" - das ist es, was die wunderbaren westlichen Alliierten für die Sowjetunion am Ende des Zweiten Weltkriegs auf Lager hatten:
Plan Totality (1945):
Zweckbestimmung von 20 sowjetischen Städten für die Auslöschung in einem Erstschlag: Moskau, Gorki, Kujbyschew, Swerdlowsk, Nowosibirsk, Omsk, Saratow, Kasan, Leningrad, Baku, Taschkent, Tscheljabinsk, Nischni Tagil, Magnitogorsk, Molotow, Tbilisi, Stalinsk, Grosny, Irkutsk und Jaroslawl.
Operation Unthinkable (1945)
nahm einen Überraschungsangriff von bis zu 47 britischen und amerikanischen Divisionen im Raum Dresden, mitten in den sowjetischen Linien, an. Dies entsprach fast der Hälfte der damals rund 100 Abteilungen (ca. 2,5 Millionen Mann), die der britischen, amerikanischen und kanadischen Zentrale zur Verfügung standen. (....) Der Großteil jeder offensiven Operation hätte von amerikanischen und britischen, polnischen und bis zu 100.000 deutschen Wehrmachtssoldaten durchgeführt werden müssen.
Operation Dropshot (1949):
Es wurden Missionsprofile erstellt, die 300 Atombomben und 29.000 hochexplosive Bomben auf 200 Ziele in 100 Städten und Gemeinden eingesetzt hätten, um 85 % des industriellen Potenzials der Sowjetunion mit einem einzigen Schlag zu vernichten. Zwischen 75 und 100 der 300 Atomwaffen wuerden gezielt zur Zerstörung sowjetischer Kampfflugzeuge am Boden eingesetzt.
Aber der größte Beweis ist, denke ich, die Tatsache, dass keiner dieser Pläne ausgeführt wurde, obwohl die Anglosphäre damals sicher hinter ihrem Atomwaffenmonopol versteckt war (und Hiroshima und Nagasaki nicht teilweise zerstört wurden, um die Russen zu "erschrecken"?). Siehe hier für weitere Details:
http://thesaker.is/revanchism-and-russophobia-the-dark-undercurrents-of-the-war-in-the-ukraine/
Wenn die Menschen in den USA jedoch erkennen, dass sie keinen glaubwürdigen Feind haben, fragen sie sich vielleicht, warum ihr Land mehr für "Verteidigung" ausgibt als der Rest des Planeten zusammen.
Sie könnten noch wütender werden, wenn sie feststellen, dass ihr Land zwar mehr für "Verteidigung" ausgibt als der Rest des Planeten zusammen, aber völlig ungeschützt bleibt.
Russland kann die Vereinigten Staaten auslöschen.
Während des Kalten Krieges wusste die überwiegende Mehrheit der US-Amerikaner, dass die UdSSR die USA in einem massiven Atomschlag ausrotten könnten.
Seit dem Ende des Kalten Krieges ging diese Tatsache jedoch etwas im Bewusstsein der meisten US-Entscheidungsträger verloren (daher ihre offen gesagt selbstmörderische Rhetorik und Politik).
Heutzutage ist der große Unterschied zum Kalten Krieg, dass Russland überall in den Vereinigten Staaten mit konventionellen Waffen angreifen kann. Vor zwei Jahren habe ich eine detaillierte Analyse (http://thesaker.is/how-russia-is-preparing-for-wwiii/) darüber geschrieben, wie sich Russland auf den Dritten Weltkrieg vorbereitet, so dass ich hier nicht auf alle Details eingehen werde, sondern nur ein ausgezeichnetes Beispiel für diese neue konventionelle Fähigkeit des russischen Militärs erwähnen möchte:
Nehmen Sie die Kalibr Cruise Missile, die kürzlich im Krieg in Syrien gesehen wurde.
Wussten Sie, dass es in einem typischen kommerziellen Container aufgenommen werden kann, wie er auf Lastwagen, Zügen oder Schiffen zu finden ist? Schauen Sie sich dieses ausgezeichnete Video an, das dies erklärt: 
https://www.youtube.com/watch?v=f_c_PeIIeMwDenkt
Denkt einfach daran, dass die Kalibr eine Reichweite von 50 km bis 4.000 km hat und dass sie einen nuklearen Sprengkopf tragen kann.
Wie schwer wäre es für Russland, diese Marschflugkörper direkt vor der US-Küste in normalen Containerschiffen einzusetzen?
Oder einfach ein paar Container in Kuba oder Venezuela aufbewahren?
Dies ist ein System, das so unauffindbar ist, dass die Russen es vor der Küste Australiens einsetzen könnten, um die NSA-Station in Alice Springs zu erreichen, wenn sie es wollten. Niemand würde es kommen sehen.
Und denkt daran, dass die Kalibr nicht die einzige konventionelle/ nuklearfähige Rakete (ballistisch oder Cruise ist, die Russland gegen US-Militärziele weltweit, auch innerhalb der USA, einsetzen kann.
Die von Putin in seiner inzwischen berühmten Rede aufgeführten Waffensysteme sind alle gewaltige Waffen an sich (siehe Andrej Martyanows ausgezeichnete Analyse der militärischen Auswirkungen dieser neuen Waffensysteme und meine eigene Analyse ihrer politischen Auswirkungen: http://www.unz.com/tsaker/newly-revealed-russian-weapons-systems-political-implications/ ).
Einige Leser mögen fälschlicherweise denken, dass russische konventionelle Raketen irgendwie weniger eine Bedrohung darstellen als nukleare, aber das wäre ein großer Fehler. In der Abschreckungs- und Eskalationstheorie ist es für jede Seite entscheidend, eine so genannte "Eskalationsdominanz" auf allen Ebenen des Vergeltungsspektrums zu haben.
Einfach ausgedrückt, ist die so genannte "Mutually Assured Destruction" (oder MAD) eine sehr schwache Haltung wegen ihrer sehr geringen Erstschlagstabilität (aufgrund der Kraftstruktur "use them or lose them") und weil der Einsatz von Atomwaffen unter MAD-Bedingungen dem Selbstmord gleichkommt.
Der Besitz kleiner taktischer Atombomben und vor allem konventioneller strategischer Waffen verschafft Russland jedoch einen erheblichen Dominanzgewinn, den die USA nicht erreichen können.
In einem Artikel aus dem Jahr 2017 habe ich die beiden entscheidenden US-amerikanischen Mythen über die Haltung des US-Militärs in einigen Details entlarvt;
⦁ der erste Mythos ist der Mythos über die militärische Überlegenheit der USA und
⦁ der zweite Mythos ist der Mythos über die Unverwundbarkeit der USA, also werde ich hier nur wiederholen, dass diese beiden Mythen totaler Quatsch sind.
Die Realität ist, dass die USA *extrem* anfällig sind für russische konventionelle Schläge (siehe den von mir erwähnten Artikel für alle Details): Russland verfügt über eine große Auswahl an konventionellen Waffen, die von hypersonischen ballistischen Raketen bis hin zu Langstrecken-Cruise Missiles reichen. Darüber hinaus hat Russland absolut keine Notwendigkeit, zwei Tu-160-Bomber nach Venezuela zu schicken, um diese Fähigkeit irgendwie zu erhöhen.
Ein Krieg zwischen den USA und Russland wird wahrscheinlich bald stattfinden, wenn die USA nicht ihren selbstmörderischen politischen Kurs ändern.
Eine Wahrheit, die von der AngloZionistischen Propaganda nie erwähnt wird, ist,
⦁ dass sich Russland so weit wie möglich zurückgezogen hat und dass es in Russland einen breiten Konsens sowohl unter den politischen Eliten als auch unter dem Volk gibt,
⦁ dass Russland sich nicht weiter zurückziehen kann.
Gott weiß, dass, auch wenn die ganze "Putin-gibt nach"-Propaganda Unsinn ist, es dennoch wahr bleibt, dass die Wahrnehmung der westlichen Eliten meist eine seltsame Mischung aus Verachtung für Russland und gleichzeitiger Darstellung Russlands als Feind Nummer eins auf dem Planeten ist.
Ich weiß nicht, ob die Leute, die diese Aussagen machen, das wirklich glauben oder nicht, aber die daraus resultierende Politik ist eine totale und endlose Feindseligkeit, vermischt mit einem quasi religiösen Glauben an die Überlegenheit und sogar Unverletzlichkeit des "kollektiven Westens".
Und genau das ist die Art von Denkweise, die zu dummen und blutigen Kriegen führt! Lassen Sie mich das noch einmal wiederholen:
Russland hat bereits alles getan, um einen Krieg mit den USA zu vermeiden, und es gibt nichts anderes, was es tun kann; im Gegensatz dazu bringt uns jede einzelne US-Politik gegenüber Russland einem fast unvermeidlichen Krieg einen Schritt näher.
Die beiden Tu-160 sollte man in diesem Zusammenhang als einen *vorsichtigen* Weckruf betrachten.
Die Bedeutung des Besuchs der beiden Tu-160er in Venezuela ist nicht militärisch, sondern psychologisch: Indem die Russen so sichtbar in der Nähe der USA auftauchen, bedrohen sie nicht die USA oder senden keine Art Botschaft an das US-Militär.
Was sie tun, ist zu versuchen, die medial zombifizierte US-Bevölkerung sanft aufzuwecken, indem sie ihr zeigen, dass der "böse Putin" die Mittel hat, bei Bedarf bis in die USA zu "gelangen".
Dies, obwohl kaum eine große Nachricht für das US-Militär, scheint für viele Leute in den USA wie ein Schock zu kommen. Die Realität ist, dass eine einzige moderne russische SSBN in einem Hafen in Russland eine weitaus größere Bedrohung für die USA darstellt als diese beiden Bomber.
Aber das ist nichts, was irgendjemand bereit ist, dem Volk der USA einzugestehen, also schickte Russland seine beiden Bomber deutlich sichtbar, um selbst die Ziomedia-Unternehmen zu zwingen, es zu erwähnen.
Im Falle eines Schießkrieges zwischen Russland und den USA werden ein paar russische Bomber keinen großen Unterschied machen, aber wenn sie als sprichwörtliche Spitze des Eisbergs fungieren und vielleicht endlich die US-Bevölkerung (oder zumindest einige ihrer Vertreter) dazu bringen können, auf die reale Bedrohung aufmerksam zu werden und zu verlangen, dass sich die USA von ihrer derzeitigen umfassenden Konfrontation mit Russland zurückziehen, dann wäre das ein gutes Ergebnis.
Wenn nicht, dann hat zumindest der Kreml der venezolanischen Regierung und dem venezolanischen Volk Unterstützung erwiesen, indem man der Welt bewiesen hat, dass die berühmte "Monroe Doctrine" längst tot ist und dass die vermeintlich "einzige Supermacht auf dem Planeten" absolut nichts tun kann, um Russland (oder ein anderes Land) daran zu hindern, Onkel Shmuel offen eine lange Nase zu ziehen.
Wird das reichen?
Das bezweifle ich. Aber nichts hindert Russland daran, andere, möglicherweise explizitere "Weckrufe" zu versuchen.
Zum Beispiel könnte ein russisches Borei-Klasse SSBN einige ihrer SLBMs in eine Abschusswelle abfeuern und sie irgendwo in der Nähe der USA landen lassen, um die US-Medien zur Aufmerksamkeit zu zwingen (normalerweise benutzen die Russen das Kura-Raketentestgelände im russischen Fernen Osten, aber diese Starts werden im Westen völlig ignoriert).
Warum also nicht ein Ziel in, sagen wir, Venezuela treffen? Natürlich würde Russland vor einem solchen Start alle betroffenen Länder, insbesondere die USA, vollständig informieren und entweder einen Dummy oder einen konventionellen Sprengkopf verwenden. Und natürlich würden diese Raketen aus dem Dock des U-Bootes abgefeuert, ohne den Hafen zu verlassen, nicht unbedingt das Hauptdock, aber eines weiter draußen auf der Kola-Halbinsel wäre eine Option.
Verdammt, die Russen könnten sogar das ausländische Pressekorps und das in Russland akkreditierte Militär einladen und das Ganze im Fernsehen übertragen. Diese Art von Demonstration läuft der russischen Militärkultur und ihrer wahnsinnigen Obsession der Geheimhaltung zuwider (ein solcher Start wäre nicht ohne Risiken), aber es lohnt sich sicherlich, ein solches Risiko einzugehen, wenn das die AngloZionistischen Führer und die von ihnen regierte Bevölkerung zur Vernunft bringen kann. Okay, vielleicht ist meine Idee weit hergeholt, aber ihr wisst was ich meine.
Russland muss nicht nur reden, sondern auch zeigen, dass seine Waffen innerhalb der USA (und überall entlang der extrem fragilen US-Küste) gut ankommen können, und dann abwarten, ob die Amerikaner endlich ernsthafte, sinnvolle Gespräche führen wollen (im Gegensatz zu den lächerlichen kurzen Chats, die Trumps Betreuer ihm erlauben, mit Putin zu sprechen, wenn sie sich auf einer Art Gipfel treffen; anscheinend ist "twittern" eine genaue Darstellung dessen, wie Trumps Gehirn funktioniert....).
 Fazit: Alle Kriege enden irgendwann. Die kritische Frage ist "wie"?
Russland und das Imperium befinden sich seit mindestens 2014 im Krieg. Dies ist zu 80% ein Informationskrieg, zu 15% ein Wirtschaftskrieg und nur zu 5% (oder weniger) ein kinetischer.
Aber dem Imperium gehen dumme Anschuldigungen und hohle Drohungen aus, seine wirtschaftliche Kriegsführung war ein trauriger Misserfolg, und alles, was übrig bleibt, ist, "kinetisch zu werden", was eine Katastrophe für alle Parteien wäre. Unterm Strich:
Der US-Traum, Russland zu unterwerfen, ist längst tot.
Der US-Traum, die einzige Supermacht (alias "Welt-Hegemon") zu bleiben, ist längst tot.
Was können die USA in dieser Situation tun?
Einen kinetischen Krieg auszulösen wäre selbstmörderisch. Russland mit Drohungen zu schikanieren funktioniert nicht. So zu tun als ob die Realität nicht eintritt, ist die aktuelle US-Strategie, aber sie ist eindeutig nicht nachhaltig (und jeder Tu-160-Besuch in Venezuela untergräbt sie weiter).
Ich sehe keine andere Lösung, als diesen Krieg zu beenden und (endlich!) einen globalen Friedensplan mit Russland auszuhandeln.
Wenn nicht, dann könnt ihr erwarten , dass noch viel mehr russische Militärhardware näher an die US-Grenzen kommt.
http://thesaker.is/a-much-needed-likbez-about-russian-tu-160-bombers-in-venezuela/
https://www.theblogcat.de/uebersetzungen/saker-22-12-2018/
 

Nach US-Ultimatum

So kann die Zukunft der 9M729-Rakete aussehen

08.12.2018
Die USA haben Russland die Verletzung des INF-Vertrags vorgeworfen und ein Ultimatum gestellt: Entweder die 9M729-Rakete zerstören oder sie modifizieren. Der russische Militärexperte Konstantin Siwkow hat die Forderung kommentiert.

Eine Modifizierung hält Siwkow für möglich. Diese würde den Amerikanern aber wohl kaum gefallen.
„Sie (die Rakete – Anm. d. Red.) kann nur modifiziert werden, indem ihre Reichweite vergrößert wird. Denn derzeit hat die Rakete eine kleine Reichweite, sie kann keine Landziele auf großer Entfernung treffen“, so Siwkow, der Vize-Präsident der Russischen Akademie für geopolitische Probleme, gegenüber der Zeitung „Iswestija“.
Derzeit übersteige die Reichweite der 9M729-Rakete nach offiziellen Angaben nicht 400 Kilometer, weshalb sie gegen den INF-Vertrag nicht verstoße.

Einen kompletten Verzicht auf die russische Rakete schließt der Militärexperte ebenfalls nicht aus. Doch die Bedingung lautet: Die USA müssten auf die Stationierung der Senkrechtstartanlagen Mk-41 in Europa verzichten. Diese Startanlagen werden laut Siwkow dort unter dem Deckmantel der Luftabwehr stationiert.
„In der Tat sind das Mehrzweck-Startanlagen. Das ist eine grobe Verletzung des INF-Vertrags, weil der Einsatz von Mehrzweckanlagen, welche die Installierung von Mittel- und Kurzstreckenraketen erlauben, einen direkten Verstoß gegen den Vertrag darstellt.“
Man könne deshalb sagen, dass Washington den INF-Vertrag schon jetzt verletzte. Siwkow zeigt sich zugleich aber sicher, dass die USA an ihren Mk-41-Startanlagen festhalten werden. „Die USA bereiten sich auf den Ausstieg aus dem INF-Vertrag vor. All diese Gespräche sind nur die Suche nach einem Vorwand, aus dem Vertrag auszusteigen.“

Zuvor hatte US-Außenminister Mike Pompeo Moskau eine 60-tägige Frist gesetzt, um die Einhaltung des Abkommens wieder zu gewährleisten. Die US-Vizeaußenministerin für Waffenkontrolle und internationale Sicherheit, Andrea Thompson, rief Russland dazu auf, auf die 9M729-Rakete zu verzichten bzw. sie zu modifizieren.
Im vergangenen Oktober hatte US-Präsident Donald Trump den Austritt aus dem Abkommen angekündigt. Dabei verwies Trump auf eine angebliche Verletzung des Vertrags durch Russland sowie auf Chinas militärisches Aufrüsten.

Der INF-Vertrag war 1987 von der Sowjetunion und den USA unterzeichnet worden und 1988 in Kraft getreten. Mit dem Abkommen hatten sich die Parteien verpflichtet, alle Flugkörper mittlerer und kürzerer Reichweite (von 500 bis 5500 Kilometer) zu vernichten.
In den letzten Jahren hatten Moskau und Washington einander mehrmals vorgeworfen, gegen den INF-Vertrag zu verstoßen.
Moskau verwies unter anderem darauf, dass die USA in Rumänien und in Polen Anlagen stationieren, mit denen Marschflugkörper des Typs Tomahawk gestartet werden können. Zudem machte Russland darauf aufmerksam, dass die USA Kampfdrohnen entwickeln und Forschungsarbeiten zur Entwicklung von bodengestützten Marschflugkörpern finanzieren.
https://de.sputniknews.com/politik/20181208323220631-usa-russland-inf-vertrag-rakete/


Pompeos Kommentar zu Tu-160-Flug „unprofessionell „
11.12.2018

Russlands Außenministerium hat am Dienstag auf die jüngsten Bemerkungen des US-Außenministers Mike Pompeo bezüglich des Fluges russischer Bomber nach Venezuela mit Kritik geantwortet.

Zwei russische Überschall-Bomber Tu-160 (Nato-Code: Blackjack) landeten am Montag auf dem Maiquetia-Flughafen bei Caracas. Zudem sind ein schwerer Militärtransporter An-124 und ein Langstreckenflugzeug IL-62 der russischen Luft- und Weltraumtruppen in Venezuela eingetroffen. Das sorgte für heftige Kritik aus Washington. Das Pentagon bezeichnete die Ankunft russischer Flugzeuge in Venezuela als „Provokationsmanöver“.

Pompeo twitterte wiederum: „Die Menschen in Russland und Venezuela sollen die Situation so sehen, wie sie ist: Zwei korrupte Regierungen verschwenden öffentliche Gelder und unterdrücken die Freiheit, während ihre Völker leiden”.

Das russische Außenamt warf ihm Missachtung der diplomatischen Ethik vor und betonte, Pompeos Äußerung sei inakzeptabel. Ganz zu schweigen davon, dass sie „völlig unprofessionell” sei. Bevor man fremdes Geld zähle, solle man auf die eigenen Ausgaben zu achten lernen.

„Die US-Öffentlichkeit sollte auch über die Rationalität der Absicht ihrer Behörden nachdenken, sich aus dem INF-Vertrag zurückzuziehen und ein neues Wettrüsten auszulösen. Wenn dies irgendwelchen Interessen dient, dann ist es nur der amerikanische militärisch-industrielle Komplex, da ihm neue Großaufträge versprochen werden. Aber das Leben der Amerikaner wird infolgedessen unvermeidlich weniger sicher sein“, hieß es.
https://de.sputniknews.com/politik/20181211323250677-pompeo-fluege-venezuela/