Sonntag, 17. März 2019

"Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts"


Die Wahrheit ist auf unserer Seite

09. Dezember 2018   
 
Werner Rügemer – interviewt von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann
„Das wichtigste unternehmerische Kapitaleigentum im westlichen Kapitalismus wird heute von verschiedenen Typen von Finanzakteuren organisiert. Die vom eingesetzten Kapital her größten sind Blackrock & Co...
Die USA sind der größte Kapital-Standort und der wichtigste militärische, geheimdienstliche und mediale Machtblock zur Sicherung dieses Systems.
Auch die wichtigsten globalen Finanzdienstleister sind mit den USA verbunden... ich nenne sie die zivile Privatarmee des westlichen Kapitalismus.“
„Zum Herrschaftswissen gehören nicht nur Desinformation und Lügen, sondern auch zutreffende Fakten. Nur wenn man auch vieles Richtige verbreitet, kann man richtig lügen.“ „Die kommerzielle wie geheimdienstliche Ausforschung von Individuen, öffentlichen und privaten Unternehmen, Staaten ist so weit in der Menschheitsgeschichte gediehen wie noch nie.“
Das sind einige Antworten aus dem spannenden Interview mit Werner Rügemer anlässlich des Erscheinens seines Buches "Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts" und der bevorstehenden Lesung in der Galerie Arbeiterfotografie.
Du wirfst in Deinem Buch „Die Kapitalisten des 21. Jahrhunderts“ einen Blick auf die Kapitalverwalter Blackrock & Co. Wie konnten sich diese Giganten nahezu unkontrolliert entwickeln? Welche Macht haben sie im Verhältnis zu Großbanken wie z.B. der Deutschen Bank und wie nutzen sie diese Macht?
Blackrock und einige Dutzend ähnlicher Kapital-Organisatoren – ich nenne sie nicht Verwalter, das ist zu harmlos – gelten offiziell als „Schattenbanken“, stehen durch die westlichen Finanzaufsichten unter Beobachtung und werden nicht reguliert wie die Banken.
Blackrock & Co sind inzwischen die Haupteigentümer von Deutsche Bank, Goldman Sachs, JP Morgan Chase usw. Blackrock & Co sind seit der Finanzkrise auch die Haupteigentümer der wichtigsten 17.000 Unternehmen im westlichen Kapitalismus, z.B. aller 30 größten Unternehmen in Deutschland, die im DAX gelistet sind. Blackrock & Co sind, wenn man noch ihre engen Beziehungen zu westlichen Regierungen einbezieht, die größten Insider der westlichen Wirtschaft. Ihnen gehören übrigens auch Amazon, Google, Facebook, Microsoft und Apple.
Wie hat man sich die Beobachtung der "Schattenbanken" vorzustellen? Welche Folgen hat sie?
Die Schattenbanken stehen beim IWF und bei der Zentralbank der Zentralbanken BIZ (Bank für Internationalen Zahlungsausgleich in Basel/Schweiz) unter Beobachtung, um zu klären, wie sie einmal reguliert werden sollen. Dafür gibt es aber keinen Zeitplan.
Friedrich Merz ist Aufsichtsratsvorsitzender von Blackrock Deutschland. Wie siehst Du seine Rolle in der gegenwärtigen Politiklandschaft? Soll Merz der deutsche Macron werden?
Unter der CDU-Kanzlerin Angela Merkel konnten Blackrock & Co scheinbar unbemerkt die Regie in den wichtigsten Unternehmen in Deutschland übernehmen. Die Merkel-Regierungen segneten alles durch ihr Beschweigen ab. Mit Merz meinen Blackrock und das militante deutsche Unternehner-Klientel jetzt eben offener auftreten zu können. Die Diskreditierung der bisherigen „Volks“parteien, die einseitig Unternehmerinteressen durchgesetzt haben, scheint ein günstiger Zeitpunkt.
Wer sind die imperial agierenden Kapitalisten, die die Weltherrschaft anstreben? Wie siehst Du ihr Verhältnis zu den USA? Lässt sich sagen, dass sie die Vereinigten Staaten z.B. über die FED in ihren Händen haben?
Das wichtigste unternehmerische Kapitaleigentum im westlichen Kapitalismus wird heute von verschiedenen Typen von Finanzakteuren organisiert.
Die vom eingesetzten Kapital her größten sind Blackrock & Co. Dann folgen Blackstone & Co, also die Private Equity-Investoren, volkstümlich „Heuschrecken“ genannt. Sie haben seit Ende der 1990er Jahre etwa 10.000 mittelständische Unternehmen in Deutschland aufgekauft, verwertet, weiterverkauft oder an die Börse gebracht. Dann kommen die Hedgefonds, die Wagniskapital-Investoren – sie bringen die start ups ins Rennen-, die elitären Investmentbanken wie Macquarie und Rothschild, die Privatbanken wie Metzler, Pictet, die traditionellen Banken wie die Deutsche Bank.
Die USA sind der größte Kapital-Standort und der wichtigste militärische, geheimdienstliche und mediale Machtblock zur Sicherung dieses Systems.
Auch die wichtigsten globalen Finanzdienstleister sind mit den USA verbunden: die großen drei Ratingagenturen, die Wirtschaftskanzleien wie Freshfields, die Unternehmensberater wie McKinsey, die Wirtschafts“prüfer“ wie Price Waterhouse Coopers, die PR-Agenturen wie Soros' Renaissance – ich nenne sie die zivile Privatarmee des westlichen Kapitalismus.
Welche Rolle spielt die EU für die Interessen der Kapitalisten, die mittels des US-Imperiums operieren? Sind die EU und ihre Vorläufer ein Kind des US-Imperiums? Mittlerweile wird die EU vielfach als Gegenspieler der USA dargestellt. Wie ist die Situation heute wirklich?
So direkt ist die EU mit ihren Vorstufen kein „Kind des US-Imperiums“. Vielmehr haben die USA durch ihre Siegerposition im 1. und vor allem 2. Weltkrieg ihre Kapital- und Militärexpansion auch in Europa fortgesetzt und zusammen mit dem deutschen, französischen, italienischen, britischen Privatkapital die EU, die NATO und andere gemeinsame Strukturen aufgebaut. Die Vormachtstellung der US-Akteure, zuletzt also von Blackrock & Co weiter ausgebaut, ist eindeutig. Aber jeder Vasall hat auch eigene Interessen. Durch Blackrock & Co und gegenwärtig die Handelskriege der USA gegen Russland und China werden auch deutsche Unternehmer geschädigt. Da gibt es schon mal ein bisschen Protest. Aber vor allem die militiärische Vorherrschaft der USA wird nirgends angetastet, im Gegenteil, vor allem in Deutschland bauen die USA neue Militärstützpunkte auf und rüsten bisherige Stützpunkte wie in Ramstein auf. Und die EU unter Führung der wichtigsten neokolonialen Macht Frankreich und mit Macron – bereits begonnen unter Sarkozy – soll auch eine eigene Militärmacht aufgebaut werden – neben der NATO.
Als Konkurrenz zur NATO?
Keine Konkurrenz zur NATO. Die Mitgliedschaft in der NATO soll nicht gekündigt werden, die europäischen NATO-Kommandostrukturen sollen nicht ersetzt, die US-Militärstützpunkte in Deutschland, Italien, Großbritannien, Dänemark/Grönland, Polen, Belgien usw. sollen nicht abgezogen werden.
Wie verhält es sich mit dem so genannten Deutschen Kapital? Wie weitgehend kontrolliert ausländisches Kapital Unternehmen, die gemeinhin als deutsch gelten? Ist das „deutsche“ vom Aussterben „bedroht“?
Blackrock & Co, Blackstone & Co usw. arbeiten ja mit dem Kapital der Superreichen, von Topmanagern, Unternehmern, Unternehmerclans, Unternehmens- und Universitätsstiftungen, Versicherungen, Pensionsfonds, Bistümern usw.
Dieses Kapital bleibt aber anonym. Blackrock & Co geben nicht bekannt, wessen Kapital sie einsetzen, um beispielsweise die Aktien von Siemens, Adidas und der Deutschen Bank zu kaufen.
Es ist also sehr wahrscheinlich, dass die Milliardengewinne, die traditionelle deutsche Unternehmerfamilien wie die Piechs (VW) und die Quandts (BMW) zur weiteren Vermehrung bei Blackrock & Co landen.
Die neuen Kapital-Organisatoren vertreten die Interessen einer transnationalen kapitalistischen Klasse, die weitgehend anonym bleibt.
Du hast vor Jahren dargelegt, dass, wenn die Bundeswehr im Ausland eingesetzt wurde, sie immer den USA gefolgt ist, dass es eine Vielzahl von US-Militärbasen in Deutschland gibt, aber keine deutschen in den USA. Treffen diese Feststellungen immer noch zu? Und was besagen sie über das Verhältnis von US- und deutschen Imperialisten?
Nachdem die Bundeswehr die längste Zeit nicht an Kriegseinsätzen der USA teilgenommen hat, hat das mit dem Krieg gegen Jugoslawien 1999 begonnen, war beim Krieg gegen den Irak wieder ablehnend, beim Krieg in Afghanistan ging die Bundeswehr mit. Aber wenn sie dabei war, immer im Gefolge der USA. Das wichtigste ist:
Deutschland ist der von den USA weitaus am dichtesten militärisch besetzte ausländische Staat, in Verbindung mit der Funktion der deutschen Militärbasen für globale strategische Einsätze der USA und der NATO, jetzt auch gegen Russland.
Du stellst China als weitgehend friedlich dar. Z.B. schreibst Du: „So stehen dem einzigen Militärstützpunkt Chinas im Ausland, von dem zudem keine militärischen Operationen ausgehen, etwa 1.000 US-Militärstützpunkte gegenüber, die rund um die Welt auf etwa 60 Staaten und US-eigene Territorien und Inseln verteilt und in weltweite militärische Operationen integriert sind.“ Wie schätzt Du die Gefahr eines Krieges des US-Imperiums gegen China und Russland ein?
China ist nicht „weitgehend“ friedlich, sondern grundsätzlich friedlich, defensiv.
Dagegen bereiten die USA spätestens seit Präsident Obama gezielt den Krieg gegen Russland und China vor.
Der US-geführte Westen hätte einen friedlichen Wettbewerb der Systeme schon verloren, wenn er nicht mehrere Dutzend Male seit dem 2. Weltkrieg Regierungen weggeputscht, Oppositionelle ermordet, Kriege gegen Befreiungsbewegungen geführt und Wahlen manipuliert hätte.
Mit dem wirtschaftlich nachhaltigen Aufstieg Chinas und mit der – auch durch Blackrock & Co mitorganisierten - Schrumpfung der westlichen Volkswirtschaften und der Verarmung großer Teile der Bevölkerung weiß sich der US-geführte westliche Kapitalismus keine andere Lösung als letztlich den Krieg bzw. erstmal kleinere Kriege und Kriegsdrohungen in dieser Richtung.
Die internationale Friedensbewegung hat zusammen mit Russland und China eine große Aufgabe.
Die Zahl der Milliardäre, die mehr besitzen als die ärmere Hälfte der Menschen, wird kontinuierlich geringer. Wie lange wird es noch dauern, bis die Anzahl der Milliardäre bei Null angekommen ist? Oder sachlicher gefragt: Wie ist dieser Konzentrationsprozess zu erklären und wohin wird er noch führen?
So ist es nicht. Die Zahl der Milliardäre nimmt ständig zu. Wobei allerdings die Unterschiede zwischen Multi-Milliardären und einfachen Milliardären und Multi-Millionären und einfachen Millionären auch zunehmen. Wir wissen öffentlich allerdings immer weniger darüber, weil Blackrock & Co nicht nur die Namen ihrer reichen Kunden geheimhalten, sondern weil Blackrock & Co für ihre Kunden gleichzeitig die größten Organisatoren von Briefkastenfirmen in vier Dutzend Finanzoasen sind, zwischen Luxemburg und den Cayman Islands. Darauf sind übrigens die ach so investigativen Journalisten der Süddeutschen Zeitung und des International Consortium of Investigativ Journalists (ICIJ, Luxembourg Leaks, Panama Papers, Paradise Papers) noch nicht gestoßen.
Du erwähnst im Zusammenhang mit dem französischen Präsidenten ohne Scheu den Namen Rothschild. Von den Hütern der Macht wird dieser Name gerne als antisemitisches Codewort hingestellt. Wie sind Deine Erfahrungen mit diesen Methoden, Schutzschilde der Macht zu errichten? Und wie ist ihnen am besten beizukommen?
Ohne Scheu? Wovor sollte man Scheu haben? Ich habe einfach von der Website der Bank Rothschild deren Erfolgsmeldungen, Beratungsmandate, ihre Zusammenarbeit mit Blackrock & Co usw. zitiert. Die meisten Antisemitismus-Ankläger haben davon keine Ahnung.
Die sind einfach nur dumm, viel dümmer und primitiver als man glaubt, und sie kalkulieren mit dem Unwissen der Menschen.
Nur zu dumm oder doch operativ?
Zu dumm: hinsichtlich der Fakten, was ja nicht im Gegensatz zur schnellen Operativität steht. Ohne Fakten geht's ja noch schneller.
Du schreibst zu wikipedia: „Wikipedia ist ein privater US-Konzern. Er organisiert Herrschaftswissen der neuen Kapitalisten.“ Wie weitgehend lässt sich diese Aussage verallgemeinern? Wie weitgehend wäre der folgende Satz richtig:
Die „westlichen“ Apparate inklusive der Medien, der so genannten sozialen Medien, NGOs, Parteien, Geheimdienste etc. organisieren die Herrschaft der (neuen) Kapitalisten.
Welche weiteren besonders wirksamen Apparate wären noch zu erwähnen? Und welche Rolle spielen sie?
Zum Herrschaftswissen gehören nicht nur Desinformation und Lügen, sondern auch zutreffende Fakten. Nur wenn man auch vieles Richtige verbreitet, kann man richtig lügen. Insofern ist die Annahme, „die Medien“, NGOs, Parteien usw. würden die Herrschaft organisieren, falsch. Es handelt sich um eine vielfältige Landschaft, in der es darauf ankommt, dass diejenigen, bei denen die meisten strategisch wichtigen Daten zusammenkommen, gespeichert und ausgewertet werden, über strategische Eingriffspunkte verfügen, um im Falle eines Konflikts die jeweils geeigneten Kooperationspartner zu finden und zu instrumentalisieren. Zum Beispiel: Das US-State Department hat eine eigene Abteilung für „soziale Medien“, wie also Facebook, Google & Co in der US-Außenpolitik eingesetzt werden können. Die CIA hat privatrechtliche, zivile Tochterfirmen, die start ups im Bereich soziale Medien, Digitaltechnologie und Künstliche Intelligenz gründen und hochziehen.
Kannst Du einige Tochterfirmen mit Namen benennen?
Pentagon-Tochter DIUx, CIA-Tochter In-Q-tel,...
Dein Buch könnte den Eindruck vermitteln, dass die großen Kapitalisten des 21. Jahrhunderts die Instrumente zur Beherrschung der Bevölkerung immer weiter intensivieren und perfektionieren, sodass es kaum noch möglich erscheint, dem etwas Wirksames entgegen zu setzen. Siehst du Chancen, diese Allmacht zu brechen? Und wenn ja, auf welche Weise? Oder anders gefragt: Was ist der worst case, den es abzuwehren gilt?
Die kommerzielle wie geheimdienstliche Ausforschung von Individuen, öffentlichen und privaten Unternehmen, Staaten ist so weit in der Menschheitsgeschichte gediehen wie noch nie. Was dagegen zu tun ist – damit befassen sich bekanntlich viele. Ich gehöre dazu.
Wieviel Zeit bleibt uns, den nächsten großen Crash/Krieg zu verhindern?
Es kommt darauf an, dass die Staaten, Bewegungen, Initiativen, die sich am Völkerrecht (Nicht-Intervention in anderen Staaten) orientieren, wirtschaftlich, zivilgesellschaftlich und politisch, auch mit unterschiedlichen Bündnisformen wie in der Neuen Seidenstraße, miteinander verständigen und gegen die Kriegstreiber vorgehen.
Welche Medien haben bislang über Dein Buch berichtet oder daraus Auszüge gebracht? Bist du von irgendeiner Seite ins Schussfeld geraten?
Zahlreiche Blogs haben Auszüge gebracht und auf das Buch hingewiesen. Angriffe gab es keine.
Die Porträtierten scheuen die öffentliche Auseinandersetzung, sie könnten ihr nicht standhalten. Die Wahrheit ist auf unserer Seite.

Werner Rügemer, Dr. phil., geboren 1941, Publizist, Mitbegründer der Aktion gegen Arbeitsunrecht. Zahlreiche auch international beachtete Bücher. Zuletzt bei PapyRossa: »Bis diese Freiheit die Welt erleuchtet. Transatlantische Sittenbilder aus Politik und Wirtschaft, Geschichte und Kultur«.
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25399

„Der Westen. Ein Abgesang“: Läutet Trump das Ende der westlichen Welt ein?


26.01.2019
Alexander Boos

Der Wertverlust des US-Dollars, Wirtschaftskrisen westlicher Industriestaaten, der überdehnte Militärapparat der USA und Symptome wie der „Brexit“ machen deutlich: Die westliche Welt steckt in der Krise. Im Buch „Der Westen. Ein Abgesang“ versucht Helmut Böttiger diese nachzuzeichnen. Im Sputnik-Gespräch sagt er, wie Russland und China reagieren.
Besonders „Tragedy and Hope“ habe Dr. Helmut Böttiger inspiriert, sein aktuelles Werk „Der Westen. Ein Abgesang“ zu verfassen. In diesem gut belegten Werk beschreibt der Soziologe und Pädagoge die Vorreiterrolle der britischen und US-amerikanischen Eliten zur Durchsetzung der Marktgesellschaft im sogenannten Westen. Das Buch bespricht ebenso die gegenwärtig zu beobachtende Verlagerung der ökonomisch-politischen Macht vom Westen weg hin zum asiatisch-pazifischen Raum, der nicht nur aus dem Wirtschaftsriesen China besteht.

„Die wahren Ziele des Westens offenlegen“
…„In meinem Buch geht es darum, die eigentlichen Interessen und Absichten dieses Bündnisses aus britischem Hochadel und internationaler Hochfinanz hinter den vorgeschobenen, anhand typischer und oft zu wenig beachteter Aspekte der englischen und späteren US-Geschichte herauszuarbeiten.“
„Der Westen verstößt permanent gegen Völkerrecht“
Die „transformatorische Außenpolitik“ des Westens sei von „einer Negation grundlegender völkerrechtlicher Prinzipien gekennzeichnet“, so der Autor. Er nannte als eines der Beispiele den völkerrechtswidrigen Krieg in Jugoslawien in den 90er Jahren.
„Der Jugoslawien-Krieg reihte sich – innenpolitisch gesehen – in die üblichen Herrschaftsmittel der jeweils Herrschenden ein: Jede Form der Angstmache und Verunsicherung. Hinzu kommen andere Maßnahmen wie Unterwanderung, verdeckte Interventionen, Finanzierung und Ausrüstung von Terrorgruppen, Anstachelung innenpolitischer Konflikte in anderen Ländern, falsche Propaganda, Bewusstseinsmanipulation, Umerziehung. Wie das mit dem Völkerrecht und den Begriffen Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und den übrigen sogenannten ‚Werten‘, mit denen sich der westliche Hegemon und seine Gläubigen schmücken, vereinbart werden kann, bleibt mir ein Rätsel.“

„Regime Changes“ durch die USA
Es „war und ist der Wunsch des anglo-amerikanischen Establishments, die gesamte Welt ihrem einheitlichen Herrschaftskonzept zu unterwerfen. Die dabei tragende Motivation entspringt unter anderem auch der Geldgewinn-Möglichkeit, die sich durch die Möglichkeit der Aufschuldung neuer, in Abhängigkeit gebrachter Territorien ergibt. Es geht letztlich um den entschädigungslosen Ersatz alter Schuldverhältnisse durch neue.“
Der Buchautor gab eine kurze historische Rückschau. „Diese Absicht steckte mehr oder weniger offen in den vielen, von US-Regierungsstellen angeregten Regierungsumstürzen in Lateinamerika, im Nahen Osten und auch 2014 in der Ukraine. Die ‚Bekenntnisse eines Economic Hitman‘ von John Perkins liefern dazu bestes Anschauungsmaterial.“
Trump und das anglo-amerikanische Establishment
Die Methoden dieses Vorgehens hätten sich in den Jahrzehnten und unter den sich wandelnden Bedingungen natürlich geändert. Außerdem ist in den letzten zwei Jahren ein neuer Faktor in der US-Politik dazugekommen:
US-Präsident Donald Trump. Er ist laut Böttiger ein Vertreter des „nationalen real-produzierenden US-Kapitals, das nicht mehr bereit ist, die Kosten der Weltherrschaftsträume des anglo-amerikanischen Establishments zu finanzieren, und das allmählich begreift, dass diese Kosten das eigentliche Amerika ruinieren werden.“
Trump als schillernde Figur sei „ein hervorragender PR-Mann und politischer Jongleur. Er wurde aufgrund der selbstherrlich eklatanten Fehleinschätzung des Establishments gewählt und versucht nun, von der ‚Ständigen Bürokratie‘ des Establishments umstellt, möglichst viel seiner Politik durchzusetzen, ohne dabei ‚impeached‘ zu werden oder das Schicksal eines John F. Kennedy zu erleiden. Seine Geschicklichkeit spiegelt sich in der Wut des Establishments und deren gläubiger Jünger.“
„Chaos als Strategie“
In seinem Buch beschreibt Böttiger auch die neue „strategische Chaos-Theorie“ des US-Militärstrategen und Diplomaten Steven R. Mann, die Eingang in die US-Außenpolitik gefunden hat.  Mann hatte laut dem Soziologen „1992 mit Bezug auf die damals in Mode gekommene Chaos-Theorie den ökonomischen Vorteil einer entsprechenden Strategie gegenüber anderen Gesellschaften herausgestellt und damit die neuere Vorgehensweise des US-Establishments eingeleitet.“
Es gehe „dabei darum, Konflikt-Potenziale in den Ziel-Ländern, die noch nicht auf US-Linie sind, anzuregen und diese zum Beispiel über gezüchtete Terrorbanden (wie der ‚Islamische Staat‘ IS*, Anm. d. Red.) oder andere Maßnahmen ins Chaos zu stürzen, um sie dann im Sinne der USA neu zu ordnen. Arthur K. Cebrowski, Chef des ‚US Office of Force Transformation‘ hat das US Militär im Sinne dieser neuen strategischen Aufgabe umorganisiert.“
„Chaos und Globalisierung“
Im Zuge der Globalisierung, also „im Zuge der Verlagerung der Güterproduktion in Niedriglohnländer, ging es nun weniger darum – wie noch bei Perkins beschrieben, den USA den Zugriff auf die Rohstoffe in den anderen Ländern zu sichern, sondern darum, den Zugriff der meist im Westen niedergelassenen internationalen Unternehmen auf die Rohstoffe in diesen Ländern zu kontrollieren. Dazu sind diese Länder möglichst in ein nicht mehr regierbares Chaos zu stürzen und darin zu halten.“ So die Kurzfassung dieses strategischen Ansatzes.
Diese Zusammenhänge versuche der Autor anhand der geschichtlichen Entwicklung, „insbesondere der letzten 150 Jahre“, deutlich und verstehbar zu machen.

US-„Chaos“-Strategien gegen Russland
„Der Zusammenstoß der Zivilisationen wurde auf diese Weise an der Frontlinie zum Islam entzündet“, schreibt er in „Der Westen. Ein Abgesang“. „Durch ähnlich inszenierte Destabilisierungen der säkularen Staaten der Islamischen Welt wurde der Nahe Osten in Flammen gesetzt. Später wurde mit dem Putsch in der Ukraine und den Kriegen in Syrien dem chinesisch-russischen Infrastruktur-Entwicklungsplan für ganz Eurasien, „One Belt, One Road“ oder „Die Neue Seidenstraße“ genannt, eine deutliche Grenze gesetzt.“ Neuerdings werde dergleichen für die Karibik vorbereitet, ergänzte der Autor im Interview.
Zum „US-geführten“ Putsch in der Ukraine 2014 schreibt er in seinem Werk:
„Victoria Nuland aus dem US-Außenministerium bestätigte (…), dass die USA fünf Milliarden Dollar für den Putsch aufgewandt hätten, um die Ukraine von Russland wegzubrechen und in die US-Einflusssphäre einzugliedern.“
Russland und der Dollar
„Der drohende Zusammenbruch des Welt-Dollarsystems in der Krise von 2008 löste eine künstlich angeregte Geldschwemme im Westen und ein heftiges finanz- und machtpolitisches Ringen zwischen dem Westen, Russland, China und den größeren aufstrebenden Ländern wie Indien oder Brasilien aus.“
Der Wertverlust des Dollars entwertete zudem die nationalen Währungsreserven Russlands und Chinas und führte zu Gegenmaßnahmen – wie die immensen Goldkäufe der beiden Staaten zeigen, die „zur Implosion des Dollars und damit des Machtgefüges des Westens führen können“, schreibt der Autor.
Das westliche Wesen und die „nach-westliche Welt“
„Das Wesen der westlichen Welt ist die Marktwirtschaft konkurrierender Wirtschaftssubjekte nach der teilweisen Befreiung von standesmäßiger und staatlicher Bevormundung“, sagte Böttiger. „Damit gelang eine enorme Produktivitätssteigerung, um die bisherige materielle Knappheit zu überwinden. Der Markt bewirkt systembedingt eine Vermögenskonzentration, welche die realen Macht- und Herrschaftsverhältnisse prägt. Die wenigen hinter der Politikshow real Herrschenden sind – wiederum systembedingt – dazu übergegangen, die Knappheit künstlich aufrechtzuerhalten und sogar zu verschärfen, um die Herrschaftsverhältnisse zu erhalten.“
Der Autor betonte: „Diese Vorgehensweise muss früher oder später scheitern.“ Er zitiert in seinem neuen Buch auch den Ökonomen und US-Politiker Paul Craig Roberts: „Jede westliche Demokratie ist vom Winde verweht, am Ende und erledigt. Alle Werte, die einmal die westliche Zivilisation charakterisierten und sie groß gemacht haben, wurden von Macht, Gier und Überheblichkeit korrumpiert und hinweggespült.“
https://de.sputniknews.com/politik/20190126323715730-trump-gefahr-fuer-westliches-wertesystem/

Der Ausbau von Chinas Militär zur Interventionsmacht beunruhigt


6.01.2019
https://de.rt.com/1rcv
von Luis Gonzalo Segura


Neben dem aktuellen Handelskrieg der USA gegen China zeichnet sich zunehmend die Möglichkeit einer tatsächlichen militärischen Konfronation zwischen beiden Großmächten ab. China baut seine Streitkräfte aus und zur Interventionsmacht um – zum Missfallen der USA.
Die USA und China befinden sich im Krieg – kommerziell (und mit der Verhaftung von Meng Wanzhou). Und niemand kann leugnen, dass dies eine Phase vor einer großen Konfrontation sein könnte. Vor allem, wenn wir uns die bekannte "Thukydides-Falle" ansehen, in der sich eine aufstrebende und eine konsolidierte Macht gegenüber stehen. Eine Falle, die seit ihrer Beschreibung im Peloponnesischen Krieg (5. Jahrhundert v. Chr.) mit fast erstaunlicher Präzision bestätigt wurde.
China ist heute eine aufstrebende Weltmacht. Und diese Tatsache steht am Anfang der Entwicklung erster Scharmützel mit den Vereinigten Staaten. Auseinandersetzungen, die sich in der militärischen Welt und in geopolitischen Interessen widerspiegeln: China hat eine immer mächtigere Armee und immer klarere Ziele.
In den letzten Jahrzehnten stieg der Anteil Chinas an der Weltwirtschaft von zwei Prozent im Jahr 1980 auf 18 Prozent im Jahr 2016, wohingegen der Anteil der USA von 50 Prozent nach dem Zweiten Weltkrieg auf 22 Prozent im Jahr 1980 und 16 Prozent heute fiel.
Dieser drastische wirtschaftliche Wandel wurde auch von der militärischen Modernisierung und Umstrukturierung Chinas begleitet. Und auch Russland hat seine Streitkräfte modernisiert und umstrukturiert. Beide eurasischen Mächte haben ihre Armeen mehr als deutlich aktualisiert, was sie der Stärke der US-amerikanischen Militärmacht näher gebracht hat – und sie herausfordert.
Chinas wachsende Militärmacht
Diese Modernisierung der chinesischen Streitkräfte hat bei verschiedenen Analysten aufgrund der militärischen und wirtschaftlichen Macht Chinas Alarm ausgelöst. So erklärte beispielsweise Harry Harris, Chef des U.S. Pacific Command (PACOM), dass China bald in der Lage sein wird, die Vereinigten Staaten auf allen Schlachtfeldern herauszufordern. Das Time Magazine diskutiert, wie man Krieg vermeidet, und die BBC analysiert die militärischen Fortschritte, die zu Bedenken aufseiten der USA geführt haben. Heute gibt es kaum Zweifel daran, dass China bereits ein Rivale ist, mit dem man rechnen muss.
Über die Präsentationen militärischer Stärke hinaus gibt es einige objektive Daten. Erstens ist Chinas Militärhaushalt viel näher an dem der Vereinigten Staaten, als es den Anschein hat. Denn obwohl er nur ein Drittel des entsprechenden Haushalts der Vereinigten Staaten ausmacht (zwischen 140 und 200 Milliarden US-Dollar gegenüber 600 Milliarden), ist der Anteil der Lohnkosten dort erheblich niedriger. Zudem ist er in den letzten Jahren (von 2007 bis 2016) um fast 120 Prozent gestiegen, während er in den Vereinigten Staaten um fünf Prozent zurückgegangen ist.
Zweitens hat China seine militärische Stärke mit der Entwicklung von fortschrittlichem Kriegsmaterial bewiesen, das mit dem der Vereinigten Staaten konkurrieren könnte. Von einem Jäger der fünften Generation wie der J-20 mit neuen Luft-Luft-Raketen bis hin zum gewaltigen Lenkwaffenzerstörer Typ-55, der chinesischen Drohne CH-5 (und der CH-7) oder dem Kampfpanzer ZTZ-99. Als ob das noch nicht genug wäre, arbeitet China bereits am Bau eines dritten Flugzeugträgers (die Vereinigten Staaten haben zehn), verfügt über eine erstklassige U-Boot-Flotte und eine Flotte, die bis 2030 möglicherweise die der Vereinigten Staaten übertreffen könnte. Es hat den alten Panzer ZTZ-59 robotisiert und Übungen mit Luft- und Wasserdrohnen durchgeführt.
Drittens macht sich China auf den Weg in den Rüstungsmarkt. Jeden Tag verkauft es mehr Waffen (China hat seinen Umsatz um 38 Prozent gegenüber dem Zeitraum von 2008 bis 2012 gesteigert) in mehr Länder (48 zwischen 2013 und 2017). Damit ist China der fünftgrößte Waffenexporteur der Welt, obwohl es nur einen Anteil von 5,9 Prozent am weltweiten Gesamtwert hat (die Vereinigten Staaten haben 34 Prozent und Russland 22 Prozent). Diese Verkäufe generieren Umsätze und erhöhen vor allem den Einfluss Chinas in der Welt (Pakistan, Bangladesch und Algerien waren die Hauptkunden). Die Grundlage für den Anstieg der chinesischen Waffenverkäufe liegt in der Fähigkeit, Waffen technologisch sehr nahe an den USA, aber zu erschwinglicheren Preisen zu verkaufen – oftmals zum halben Preis.
Viertens, und wie im Falle Russlands, hat China in den letzten zwei Jahrzehnten eine tiefgreifende Umstrukturierung seiner Streitkräfte vorgenommen und eine gigantische, aber veraltete Militärstruktur in eine moderne Armee verwandelt, die in Bezug auf Material, Ausrüstung, Verfahren, Taktiken und Techniken immer aktueller wird. Zu diesem Zweck hatte die Volksbefreiungsarmee 300.000 Militärangehörige entlassen und 13.000 Offiziere wegen Korruption bestraft. Dies ermöglichte der Volksrepublik, ihre Streitkräfte zu verkleinern und deren Strukturen zu erneuern. Auch die Bedeutung der Marine-, Luftwaffen- und Cybereinheiten hat gegenüber den Landstreitkräften zugenommen: Chinas Streitkräfte haben sich von einer Binnenarmee zu einer Interventionsarmee entwickelt.
Fünftens hat China die Eröffnung seiner ersten Militärbasis außerhalb seiner Grenzen (in Dschibuti) angekündigt und mit der Stärkung und Befestigung seiner Präsenz im Südchinesischen Meer begonnen. Die Marinebasis von Dschibuti, deren erklärtes militärisches Ziel die Bekämpfung der Piraterie ist, wird den chinesischen Streitkräften eine militärische Erfahrung bieten, die sie bisher lediglich im Rahmen von Dutzenden von Übungen und internationalen Missionen sammeln konnten (der letzte von China geführte Krieg fand 1979 in Vietnam statt). Darüber hinaus wird die Reichweitenkapazität erheblich zunehmen, zumal die Basis von Dschibuti nicht die einzige, sondern die erste Militärbasis einer militärischen Ausrichtung sein wird, die auf einen globalen Einfluss abzielt.
Die Befestigung des Südchinesischen Meeres ist ein Zeichen von beträchtlicher Stärke. Dabei handelt es sich um sieben künstlich befestigte Inseln, die im umkämpften Südchinesischen Meer gebaut wurden (kurz vor der Fertigstellung). Aber darüber hinaus hat China auch finanzielle Stärke bewiesen. Denn obwohl der internationale Gerichtshof in Den Haag den Philippinen Recht gegeben hat, ist es China mit Investitionen und Darlehen im Wert von mindestens sechs Milliarden US-Dollar als Kompensation gelungen, dass die Philippinen nicht international gegen die Befestigung der sieben Inseln protestieren.
All dies führt zu einer Verbesserung der chinesischen A2/AD-Fähigkeit (Anti-Access and Denial of Zone), die es einem Land zum ersten Mal seit Jahrzehnten ermöglicht hat, die freie militärische Bewegung der Vereinigten Staaten im Pazifik zu unterbinden oder zu behindern. Darüber hinaus wird mit zunehmendem Einfluss Chinas die weitgehend risikolose militärische Bewegungsfreiheit der US-Amerikaner sinken (voraussichtlich auch in Asien).
Dies wird zu einem größeren militärischen Gleichgewicht auf globaler Ebene führen. Gleichwohl ist eine offene Konfrontation kaum zu erwarten. Vor allem, weil es die letzte sein könnte.
Andererseits scheint es an Konflikten ohnehin nicht zu mangeln. In letzter Zeit haben wir eine Zunahme der Spannungen als Folge des Kaufs russischer Waffen durch China (Su-35-Kampfjets und S-400-Flugabwehrsysteme) beobachtet, wobei das durch den ukrainischen Konflikt verhängte US-Embargo umgangen wurde.
Auf diese Aktion haben die USA mit dem Verkauf von Waffen an Taiwan im Wert von 330 Millionen US-Dollar reagiert, zusätzlich zu den 1,4 Milliarden an Militärausrüstung, die Donald Trump zuvor an dieses Land verkauft hat. Während Barack Obama sein Bestes tat, um die Spannungen mit China durch Zurückhaltung beim Waffenverkauf an Taiwan zu reduzieren, hat sich Trump für das genaue Gegenteil entschieden.
Auf jeden Fall sagte James Stavridis, ein ehemaliges Mitglied des militärischen Oberkommandos der USA und der NATO, er denke nicht an eine militärische Konfrontation mit China, weil "unsere Interessen viel wahrscheinlicher konvergieren (Nordkorea, Klimawandel) als divergieren und unsere Wirtschaften eng miteinander verflochten sind" (China ist der größte Handelspartner der USA). Laut diesem Ex-Militär und Analytiker werden sich China und die Vereinigten Staaten vermutlich nicht direkt gegenüberstehen, sondern "hart" konkurrieren. Diese Situation, so der Analyst, stellt China (und Russland) als eines der Hauptrisikoelemente für die Weltmacht der Vereinigten Staaten dar und rechtfertigt den Ausschluss der Chinesen von den US-geführten Militärübungen im Pazifik (RIMPAC) in diesem Jahr.
Insgesamt scheint es so, als ob Chinas Ziele derzeit nicht auf offene bewaffnete Konflikte ausgerichtet sind, sondern auf militärische Expansion. Weshalb Chinas Hauptprioritäten die Folgenden sein werden:
Konsolidierung der Macht im Pazifik, um den Schutz und die Reichweite zu verbessern.
Verstärkung des Einflusses in Asien, um eine privilegierte Rolle im Nahen Osten und Südostasien einzunehmen.

Entgegen den Erwartungen hat Donald Trump einen enormen Beitrag zu beiden Zielen geleistet. Trumps Außenpolitik beruht auf manchmal sehr schwer verständlichen und gerechtfertigten Entscheidungen, wie die Aufgabe von Allianzen im Pazifikraum oder der kürzlich angekündigte Truppenabzug aus Afghanistan und Syrien.
Da China expandiert und Donald Trump auf eine sehr eigentümliche Weise agiert, bleibt mit Blick auf Thukydides abzuwarten, ob die dominante Macht zum ersten Mal in der Geschichte in der Lage ist, Konfrontationen durch die Annahme von Veränderungen zu vermeiden.
Luis Gonzalo Segura ist Ex-Leutnant des spanischen Heeres. Er hatte Korruption, Amtsmissbrauch und anachronistische Privilegien in den Reihen der Streitkräfte angezeigt, was zu seiner Entlassung aus dem Militärdienst führte.
https://deutsch.rt.com/international/82111-entwicklung-von-chinas-militaer-zur-internventionstruppe-beunruhigt-usa/

Will Trump nun auch noch einen Währungskrieg mit China?


31.07.2018
Andreas Peter
Damir Sagolj

Der Handelskrieg mit China reicht dem US-Präsidenten offenbar noch nicht. In einem Fernsehinterview hat Donald Trump China unterstellt, die eigene Währung abzuwerten, um seine Exporte zu verbilligen. Internationale Medien befürchten nun auch noch das Aufflammen eines Währungskrieges zwischen den USA und China. Doch China hat andere Interessen.
Donald Trumps liebster Feind war China schon im Wahlkampf:
„Denn wir können nicht weiter erlauben, dass China unser Land plündert, denn das ist es, was sie tun.”(Donald Trump, 1. Mai 2016, Fort Wayne, Indiana)
Jetzt als Präsident macht er so weiter. In einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC am 20. Juli unterstellt er China Manipulation der Wechselkurse: „In China fällt die Währung wie ein Stein, und unsere Währung geht hoch, und ich muss Ihnen sagen, es ist zu unserem Nachteil."
Angeblich werte die chinesische Regierung ihre Währung, den Yuan, ab, um Exporte zu verbilligen und dem US-Dollar zu schaden. Doch ausgerechnet der Internationale Währungsfonds, IWF, in dem die USA den Ton angeben, verteidigt China. James Daniels, stellvertretender Direktor der Asien- und Pazifik-Abteilung, erklärte sechs Tage nach Trump, ebenfalls bei CNBC, der Yuan sei "fair bewertet".
Das sehen auch die meisten professionellen Beobachter so. Die Abwertung des Yuan habe rein marktbezogene Gründe, vor allem die schwächelnde Konjunktur Chinas. Peking habe im Moment überhaupt kein Interesse an einem schwachen Yuan. Denn der könne innenpolitischen Druck aufbauen, weil die Effekte aus Strafzöllen plus abgewertetem Yuan eine doppelte Preiserhöhung für chinesische Verbraucher bedeuten. China will vieles, aber ganz sicher keinen komplett unnötigen Finanzkrieg.
China hat Interesse an Abkopplung vom Dollar
Aber vielleicht wollen ihn die USA, um chinesische Pläne zu sabotieren, die die USA herausfordern? China ist schon lange bemüht, sich und andere interessierte Staaten von der überproportional hohen Bindung an die US-Ökonomie und den US-Dollar zu lösen.
In der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO) sind Staaten zusammengeschlossen, die 40 Prozent der Weltbevölkerung repräsentieren. Sie ist die größte zwischenstaatliche Organisation neben der Uno. Sowohl in der SCO als auch im BRICS-Verbund sind auch Russland und China liiert. Die BRICS-Staaten haben eine Neue Entwicklungsbank gegründet, wie Russlands Präsident Wladimir Putin auf dem BRICS-Treffen 2015 in Ufa noch einmal bekräftigte:
„Während des Treffens im erweiterten Format haben wir den Abschluss des Prozesses zur Schaffung der Neuen Entwicklungsbank begrüßt und einen Pool von ausländischen Währungsreserven gebildet, mit einem totalen Umfang von 200 Milliarden Dollar.“
Im September 2017 wurde der Grundstein für das Hauptquartier der Bank in Shanghai gelegt. Viele Entwicklungs- und Schwellenländer sind an dieser Bank interessiert, weil sie es leid sind, für IWF-Kredite Bedingungen zu akzeptieren, die eigentlich von den USA diktiert werden, da sie den IWF dominieren.
Trump wirft China und EU Manipulierung ihrer Währungen vor
Genau deshalb initiierte China 2015 ein weiteres Gegenmodell zum IWF, die Asiatische Infrastrukturinvestmentbank. Damals entbrannte ein knallharter Streit. Denn trotz Drohungen aus Washington beteiligten sich mit Deutschland, Frankreich, Italien und Großbritannien gleich vier der wichtigsten Verbündeten der USA an der Bank, die inzwischen 61 Mitglieder hat.
Nicht nur China hat damit begonnen, seine Währungsreserven in Form von US-Staatsanleihen umzuschichten, und immer häufiger wird darüber diskutiert, den US-Dollar als zentrale Verrechnungseinheit für internationale Geschäfte abzulösen. Das wäre das Ende des Geschäftsmodells USA.

Vielleicht liegt ja hier einer der wahren Gründe für die wütenden Attacken von Donald Trump?
https://de.sputniknews.com/politik/20180731321785483-waehrungskrieg-trump-china-wahlkampf/

Trumps Abkehr, Chinas Siegeszug und die Angst des Westens
18.01.2019
Alexander Boos

Eine Veranstaltung der Leibniz-Gemeinschaft in Berlin lud am Donnerstag die Präsidenten mehrerer renommierter Wirtschafts-Forschungsinstitute ein,
um über „Die Zukunft desWelthandels“ zu diskutieren. Was im Laufe der Runde klar wurde: Die neue Wirtschaftsmacht China stellt den Westen vor immer mehr Herausforderungen. Sputnik war vor Ort.

Der Abbau von Handelshemmnissen, darunter auch Zöllen, sei jahrzehntelang eine unangetastete Prämisse der Globalisierung gewesen, sagte Moderatorin Ursula Weidenfeld zu Beginn der Veranstaltung am Donnerstagabend im Haus der Leibniz-Gemeinschaft in Berlin. Sie trug den Titel: „Das Ende des Multilateralismus? / Die Zukunft des Welthandels.“
Die Wirtschaftsjournalistin und Moderatorin betonte, seit der US-Handelspolitik unter US-Präsident Donald Trump habe sich dieser Ansatz verschoben. „Das geplante Freihandelsabkommen TTIP ist gescheitert, die EU und Washington verhängen gegenseitige Strafzölle.“ Und: Ein akuter Handelskrieg zwischen China und den USA bahne sich an. Es drohe letztlich „eine Krise des Welt-Freihandels“. Das Credo, dass Freihandel und Globalisierung allen nütze, „wird von immer mehr Ländern, früheren Garanten des Freihandels, in Frage gestellt“. Damit meinte sie direkt die USA unter Trump.
„Viele Menschen im Westen unzufrieden mit Globalisierung“
„Wir erkennen jetzt, dass die Globalisierung nicht allen genützt hat“, sagte der US-Ökonom Dennis Snower, Präsident des Instituts für Weltwirtschaft in Kiel (IfW).
„Sie hat im Westen einer Elite sehr viel genutzt, sie hat in Schwellenländern sehr viel erreicht, indem viele Hunderte Millionen Menschen aus der Armut herauskamen.“
Gleichzeitig habe aber der Prozess der Globalisierung auf viele Menschen in westlichen Industriestaaten die Auswirkung gehabt, dass sich viele – vor allem Arbeitnehmer in unteren und mittleren Positionen – als „Verlierer“, als „Abgehängte“ der Globalisierung sehen.
„Diejenigen haben sich jetzt zu Wort gemeldet in den verschiedensten Ländern“, so Snower. „Das sind diejenigen, die Trump gewählt haben, die für den Brexit gestimmt haben, das sind die Gilles jeunes, die „Gelbwesten“ in Frankreich“, warf Moderatorin Weidenfeld ein. „Ja“, erwiderte der Wirtschaftswissenschaftler. „Diese Menschen sehen, dass sie wenig Chancen haben im Wettbewerb mit der Elite oder mit den Schwellenländern.“
Trump und die Digitalisierung
Dem Präsidenten des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) mit Sitz in Essen, Christoph Schmidt, war diese Analyse „viel zu pessimistisch“.
Durch die Globalisierung seien „viele Volkswirtschaften sehr viel wohlhabender geworden, als sie es vor Jahrhunderten oder Jahrzehnten waren“. Das Kernproblem sei: Nicht alle Staaten haben solch ein gut aufgestelltes Sozialsystem, wie es in Deutschland vorherrsche. Dadurch könne vielerorts die Unzufriedenheit der Bevölkerung nicht aufgefangen werden. Er nannte den „mittleren Westen der USA“, die Trump-Wähler hochburg, als Beispiel. Letztlich würde er die Globalisierung als „großes Plus für die Welt als positiv einordnen“.
Clemens Fuest, Präsident des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung an der Universität München, nannte den technischen Wandel und die Digitalisierung als Hauptfaktoren für weltweite Verwerfungen. „Donald Trump hat angekündigt, dass er den technischen Wandel eben nicht aussperren will. Es ist eben nicht so, dass Digitalisierung aufhört, wenn wir jetzt Zölle einführen. Wir jagen bei der Globalisierung einem Phantom nach. Wir haben die falsche Vorstellung: Wenn wir das Problem nur einfangen, dann hören die sozialen Probleme auf.“ So einfach sei es nicht.
Deutschland, die USA und der „China-Schock“
Achim Wambach, Präsident des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim: „Globalisierung hat es immer schwer gehabt“, betonte er. Er erinnerte an die Anti-TTIP-Demos in Deutschland und weltweit vor drei Jahren. „Der Bereich, wo wir am kritischsten waren, ist der Außenhandel. Allerdings waren es nicht die Globalisierungs-Verlierer, die gegen TTIP auf die Straßen gegangen sind.“
Es sei letztlich ein durch den technischen Fortschritt bedingter „China-Schock“, der in der Wahrnehmung des Westens existiere. „Wir haben eine Reihe von interessanten Studien, die das thematisieren. Studien zum ‚China-Schock‘ in den USA und in Deutschland zeigen ganz klar, dass es regionale Verlierer gibt.
Wir sehen bei Deutschland zwar regionale Verlierer, aber noch viel mehr regionale Gewinner. Deutschland hat es sehr gut hinbekommen, auf den rasanten Anstieg von China – China hatte vor zehn Jahren anteilig neun Prozent am Welthandel, heute sind es 18 Prozent – zu reagieren, indem wir auch nach China exportieren.“ Deutschland könne – auch bedingt durch seinen Mittelstand – viel „flexibler“ auf die Herausforderung aus Ostasien reagieren.
Wo steht die Handelsmacht EU?
Im Gegensatz dazu leide die US-Wirtschaft viel stärker unter der chinesischen Konkurrenz, weil dort „die Faktenlage eine andere ist“. Chinesische Produkte würden auf dem US-Markt viel häufiger und deutlicher mit Produkten „Made in USA“ konkurrieren, als dies hierzulande der Fall ist.
Makroökonom Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Berlin (DIW) sagte: „Die Frage für mich ist dabei: Wo werden in Zukunft die Entscheidungen getroffen? Werden wir eine G2 mit China und den USA haben, die letztlich die wichtigen Stellschrauben setzen? Oder gibt es einen dritten Partner, Europa?“ Die aktuelle „Brexit“-Diskussion schwäche die Handelsmacht EU: „Wir müssen endlich aufwachen und mehr über Europa diskutieren, neue Lösungen finden.“
„Wählerisches“ China profitiert von Globalisierung
„China glaubt an den Welthandel, China glaubt an den Multilateralismus“, so Frank N. Pieke, Direktor des Mercator Institute for China Studies (MERICS) in seiner englischsprachigen Rede: „Das Land hat massiv von der Globalisierung profitiert. Aber Peking ist sehr wählerisch: Es sucht sich meist nur die Aspekte und Wirtschaftsfelder aus, die den eigenen Interessen dienen.“
Die zentralistisch geführte chinesische Regierung könne bei Handel und Investitionen ganz andere Akzente setzen als demokratisch-kapitalistisch regierte Staaten.
China habe bereits begonnen, eigene bi- bzw. multilaterale Institutionen und Organisationen zu schaffen, die „teilweise als Konkurrent den etablierten Organisationen“ wie der WTO oder dem IWF entgegenstehen, die aber auch „teilweise mit diesen kooperieren: Was immer Chinas Interessen dient“. Damit bezog er sich beispielsweise auf die „Shanghai Cooperation Organisation“ (SCO; dt.: „Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit“) und deren neuer Entwicklungsbank „New Development Bank“ mit Sitz in Shanghai. Das Kreditinstitut zur Vergabe von Entwicklungsgeldern solle nach Aussage der SCO-Regierungen ein Gegengewicht zur etablierten Weltbank des Westens darstellen.
„Echte Gefahr, wenn wir die Chinesen außen vor lassen“
Eine Patentlösung, wie der Westen mit der chinesischen Herausforderung umgehen soll, konnte am Ende der Diskussionsrunde niemand der anwesenden Wirtschafts-Experten nennen.
„Eine echte Gefahr ist“, betonte Wirtschafts-Fachmann Fuest zum Ende der Veranstaltung, „falls tatsächlich noch ein transatlantisches Handelsabkommen ähnlich TTIP zustande kommt, dass die Chinesen draußen gehalten werden. Das ist eine echte Gefahr. Insofern: Multilateralismus (also weltweite Zusammenarbeit – Anm. d. Red.) tut uns allen gut.“
Er plädierte für verpflichtende, globale Standards vor allem in der Digitalisierung und der technischen Forschung. Damit meinte er Standards, die sowohl der Westen als auch nicht-westliche Handelsmächte wie China akzeptieren könnten.

https://de.sputniknews.com/politik/20190118323641504-leibniz-gemeinschaft-china-diskussion/




China wappnet sich zum Krieg gegen USA

Taiwan-Konflikt: China wappnet sich zum Krieg gegen USA
01.11.2018
Nesawissimaja Gaseta

Die USA sind über eine mögliche „nichtfriedliche“ Regelung der Situation um Taiwan beunruhigt. Dies lässt sich vermutlich auf das jüngste Treffen des chinesischen Staatschefs Xi Jinping mit Offizieren des Südlichen Kommandos der Volksbefreiungsarmee zurückführen. Dort erklärte er, dass die Streitkräfte ihre Kampfbereitschaft erhöhen sollten.
Peking hatte zuvor Taipeh gewarnt, dass es Gewalt anwenden könnte, falls Taiwan den Weg des Separatismus gehen sollte.
In Amerika gibt es zwar kein Gesetz, das Washington zur Verteidigung Taiwans verpflichten würde. Dennoch behauptet das Fachmagazin „Foreign Affairs“, dass die Konfrontation zwischen Washington und Peking außer Kontrolle geraten könnte, so dass auch die Atomstreitkräfte beider Länder zum Einsatz kommen könnten.
Die USA und Taiwan pflegen keine diplomatischen Beziehungen, aber Washington unterstützt die Insel in der internationalen Arena und liefert Waffen.
Vor kurzem hatte die taiwanesische Präsidentin Tsai Ing-wen geschworen, die nationale Verteidigung zu festigen, und beteuert, Taipeh würde sich nicht von Peking unter Druck setzen lassen. Vor diesem Hintergrund brachte Brent Christensen, Direktor der US-Mission auf der Insel, der de facto die Funktion des Botschafters erfüllt, seine Besorgnis über Pekings Pläne in der so genannten „Taiwan-Frage“ zum Ausdruck.
Denn China hatte nie offiziell versprochen, keine Gewalt anzuwenden, um Taiwan wieder unter Kontrolle zu nehmen. Und zuletzt fanden sogar Übungen der chinesischen See- und Luftstreitkräfte unweit der Insel statt. US-Medien berichteten ausführlich über die Inspektionsreise Xi Jinpings in den Süden der Volksrepublik, wo er sich mit Offizieren des Südlichen Kommandos traf, in dessen Zuständigkeitsbereich auch Taiwan und das Südchinesische Meer gehören.
Laut Medienberichten stellte Xi Jinping fest, dass die Volksbefreiungsarmee in diesem Raum zusätzliche Kräfte konzentrieren und sich auf einen Krieg gefasst machen sollte. „Dabei müssen wir die ganze Situation komplexweise analysieren und dementsprechend außerordentliche Maßnahmen erarbeiten“, betonte er.
Wie Alex Hollings von der US-amerikanischen Website Nesrep bemerkte, hat Xi Jinping in seiner Rede die USA nicht erwähnt. Es steht nach seiner Auffassung aber außer Frage, was genau der chinesische Staatspräsident gemeint hat, als er von „außerordentlichen Plänen“ für den Fall eines Krieges sprach.
Was sollte man daraus schließen? Muss man die jüngsten Aussagen US-amerikanischer Politiker und Diplomaten bezüglich möglicher militärischer Auseinandersetzungen der zwei Großmächte ernst nehmen? Die Zeitschrift „Foreign Affairs“ meint, dass ein solches Szenario nicht völlig auszuschließen ist: „Ein Krieg ist eher unwahrscheinlich. Aber eine militärische Konfrontation beispielsweise wegen einer chinesischen Kampagne gegen Taiwan ist nicht mehr so unwahrscheinlich wie früher. Und die Chancen, dass eine solche Konfrontation zu einer nuklearen wird, sind größer, als viele Personen glauben, die Politik betreiben oder analysieren.“
Chinesische Experten behaupten jedoch, dass eine solche Gefahr nicht bestünde. Ähnlich schließen auch ihre Kollegen in Übersee, die sich mit den Perspektiven eines Kriegs gegen das Reich der Mitte befassen, den Einsatz von Atomwaffen in einer solchen Situation aus. So erklärte der frühere Befehlshaber des US Indo-Pacific Command, Admiral Dennis Blair, dass die Wahrscheinlichkeit einer amerikanisch-chinesischen Atomkrise gleich null wäre.
Solche Beteuerungen sind im Grunde untauglich. Das Pentagon bevorzugt zwar konventionelle Waffen, aber in Bezug auf China könnte es doch zu einer nuklearen Eskalation kommen.
Nach dem Kalten Krieg war die Vorgehensweise der USA bei Kriegshandlungen ganz einfach: Es sollte ein Schlag gegen das Hinterland des Gegners versetzt werden, wobei seine wichtigsten militärischen Aktiva möglichst vernichtet werden sollten. Auf diese Formel griff Washington bei den Kriegen in Afghanistan, den Irak, Libyen und Serbien zurück. Dabei hatte keines dieser Länder eigene Atomwaffen. Aber China hat welche. Mehr noch:
Es hat seine Atomstreitkräfte mit konventionellen gemischt. Und das bedeutet, dass die USA im Falle eines Angriffs auf Chinas konventionelle Streitkräfte auch sein nukleares Arsenal gefährden könnten. Angesichts einer solchen Gefahr könnte die chinesische Führung beschließen, dass es an der Zeit wäre, die Atomstreitkräfte einzusetzen.
Wenn man sich reine Zahlen anschaut, kann man feststellen, dass das Risiko einer nuklearen Konfrontation gering ist. „Aber ihre Folgen für die Region und die ganze Welt wären verheerend. Solange die USA und China ihre grandiosen Strategien umsetzen, besteht das Risiko weiter. Das bedeutet, dass die Führung beider Länder die Illusion loswerden muss, dass ein beschränkter Krieg möglich wäre. Stattdessen sollte sie sich auf den Abbau der Spannung konzentrieren, die zum Konflikt führen könnte“, so „Foreign Affairs“.
Der Experte des russischen Instituts für Orientalistik, Alexander Lomanow, sagte dazu: „Solche Beiträge und Erklärungen tauchen vor dem Hintergrund des intensiven innenpolitischen Kampfes in den USA auf, unter anderem im Vorfeld der Midterm Elections zum Kongress. Wer mit Donald Trumps Politik nicht einverstanden ist, bemüht sich um Beweise dafür, dass sie falsch ist. Einerseits beweisen die Republikaner, dass Trump alle Konflikte gewinnt und Amerikas Gegner zu Zugeständnissen zwingt. Ihnen zufolge wird China von heute auf morgen die Bedingungen der Amerikaner akzeptieren. Aber im Kontext der Erklärung des US-Vizepräsidenten Mike Pence, der nicht nur von der wirtschaftlichen, sondern auch von der politischen, ideologischen und militärischen Rivalität mit China sprach, ist der Artikel in ‚Foreign Affairs‘ im Grunde eine Warnung an die Vertreter der republikanischen Administration, die sich mit dem Thema Eindämmung Chinas allzu intensiv beschäftigen. China ist wirklich stark geworden, und seine Eindämmung bei Verletzung der Regeln aus den Zeiten des Kalten Krieges könnte zu schlimmen Folgen führen“, so der Politologe.
„Russland als Nachfolger der Sowjetunion kennt diese Regeln. Auch die Amerikaner achten teilweise darauf. Und China stand damals quasi außerhalb dieser ‚großen Spiele‘ der 1960er- bis 1980er-Jahre. Und deshalb ist diese Warnung durchaus gerechtfertigt. China könnte die Absichten der Amerikaner falsch bewerten und glauben, dass sie seine nukleare Stärke ‚enthaupten‘ können. Eine solche Gefahr besteht tatsächlich“, betonte der Experte.

https://de.sputniknews.com/zeitungen/20181101322823883-konflikt-streitkraefte-vorbereitung-china/


China Reveals Short-Range Anti-Ship Ballistic Missile Designed To Dodge Enemy Defenses
BY JOSEPH TREVITHICK
NOVEMBER 5, 2018

China is hardly a stranger to developing medium- and intermediate-range anti-ship ballistic missiles with maneuvering warheads to help exert authority over its broad territorial claims and deny opponents access to wide areas during potential regional conflicts. Now the Chinese have unveiled a new, short-range ballistic missile that could arm shore batteries, its future Type 055 destroyers, and make its way onto the export market as well.
The state-owned China Aerospace Science and Industry Corporation (CASIC) publicly unveiled the new missile, called the CM-401, at the biennial Zhuhai Airshow, which officially kicked off on Nov. 6, 2018, and also serves as a general arms expo. CASIC had two launch platforms on display at the event, an 8x8 truck-mounted type with two missiles inside self-contained launch canisters and what appeared to be a deck launcher for ships, also with two self-contained missiles.
There are few detailed specifics about the weapon and its launchers so far, but observers believe that the missile itself has a maximum diameter of approximately 2.8 feet. This is similar to that of the Russian Iskander-M quasi-ballistic missile. The CM-401's general shape looks similar to Russia's missile, but it appears to be smaller overall.
The diameter estimate is based on the known dimensions of CASIC’s YJ-62/C-602 ground-launched cruise missile and its associated launch platform. The company had put one of these weapon systems on display right behind the CM-401.
Per CASIC’s display, their new missile has a minimum range of around nine miles and a maximum range of just over 180 miles. This puts it firmly in the short-range ballistic missile (SRBM) category, which typically refers to any such weapon with a range of fewer than 620 miles. The U.S. military also uses the term “close-range ballistic missile” (CRBM) to cover weapons with a range of fewer than 186 miles.
Graphics associated with the CM-401 suggest it has a “porpoising” or “skip-glide” trajectory that involves the warhead abruptly pulling up at least once as it begins the terminal stage of its flight. This maneuver could extend the range of a ballistic weapon, but has only ever been used to give the warhead a much more irregular flight path and allow it to adjust its course.

CHINESE INTERNET
A Chinese graphic showing a ballistic missile with a skip-glide trajectory associated with the CM-401.
This, in turn, makes it harder for an opponent to try and intercept the warhead. The CM-401’s terminal speed, which CASIC says is between Mach 4 and 6, would also help it break through enemy defenses to reach its target. The launch platform reportedly has the ability to fire its two missiles on different trajectories against either one or two targets at once, again increasing the difficulty for the defender to respond to the incoming threat.
This maneuvering capability is also what allows the warhead to engage large, relatively slow-moving targets, such as aircraft carriers and other major surface combatant and logistics ships. A cutaway of the mockup CM-401 missile that CASIC showed off at Zhuhai shows what appears to be a phased array radar in the nose so that the warhead can actively home in on those types of targets during its terminal phase.
CASIC says that the CM-401 has a secondary land attack function that could benefit from its defense-breaking maneuvering capability, as well. This could be particularly beneficial for ship-launched versions, giving the weapon added flexibility over existing, dedicated anti-ship and land-attack cruise missiles.
The display at Zhuhai suggested the missile could be a future part of the arsenal on board China’s Type 055 destroyers, which are already a modern and capable design that you can read about in more detail here. There is no indication about how many two-missile launchers each ship might carry or whether the vessels might employ an entirely different launch system, such as a vertical launcher.

There are also questions given the missile’s size, shape, and skip-glide trajectory about whether the stated maximum range truly reflects the weapon’s actual capabilities. Some observers have indicated that the CM-401, or a variant thereof, might actually be able to reach targets close to 620 miles away, though this seems unlikely given the missile's size. That doesn't mean the weapon might not be able to fly further than 180 or so miles, though.
The reason China might want to understate its range would have to do with the Missile Technology Control Regime (MTCR), a voluntary arrangement between 35 different countries not to export missiles that can carry a 1,100 pound payload more than 186 miles away. The Chinese government is not a formal party to this agreement, but has said on numerous occasions that it still follows these guidelines as a matter of state policy.
If the specifics are accurate, the CM-401 would be exportable under the MTCR’s limitations. It is also possible that CASIC could make export variants with deliberately reduced range, while providing the longer-range versions to the Chinese military itself.
Though it would have a shorter range than ground-launched YJ-62 and YJ-12 supersonic anti-ship cruise missiles, the CM-401's higher terminal speed and ability to dodge enemy defenses would make it a valuable part of Chinese military’s layered anti-ship defenses, particularly in the South China Sea. Situated on any of China’s man-made islands in that region, the anti-ship ballistic missiles would be able to reach targets throughout much of the region.
https://warontherocks.com/2016/09/chinas-artificial-islands-are-bigger-and-a-bigger-deal-than-you-think/ …
Here is about what their anti-ship and anti-aircraft missile coverage may look like (from the article). I'd guessed that they'd deploy YJ-62 anti-ship missiles; it sounds like there are YJ-12's out there instead, which would have even a bit longer range than depicted. pic.twitter.com/SXEDO8pIzQ
Launchers on the Chinese mainland would also be able to hit opponents in the East China Sea, where China has increasingly found itself at odds with Japan over conflicting territorial claims. From those same positions, the CM-401s would be able to hit targets in the Taiwan Strait and on the other side of the island, further putting the Taiwanese Navy’s limited surface combatants at risk. Very few countries have any sort of maritime ballistic missile defense capability at all.
Arming Type 055 destroyers, or other ships, with the CM-401s would only expand the Chinese military’s ability to bring their capabilities to bear in a conflict. It would open up entirely new potential vectors for attack and allow China to simply fire the weapons outside the often narrow coverage area of an opponent’s anti-missile defenses, to begin with.
If it turns out that the missiles do have a range of more than 600 miles, land- and sea-based examples would present an even more serious threat in every one of these scenarios. Ship-launched variants with greater range would also present a challenge for China’s opponents in the Pacific region broadly and possibly beyond as time goes on.
The development of air-launched ballistic missiles is also becoming increasingly widespread, with China itself reportedly developing an aerial version of the anti-ship variant of the DF-21 with a version of the H-6 bomber as the launch platform. Russia has adapted the Iskander-M into an air-launched anti-ship capable weapon that modified MiG-31 Foxhound interceptors can carry, as well. The CM-401 might prove to be a good starting place for a similar aerial missile.
There are a number of foreign customers that could be interested in an MTCR-compliant variant, too. The most obvious is China’s long-time ally Pakistan, which faces a standing numerical disadvantage in ships against its most likely regional opponent, India.
The Indian Navy is hoping to get its second aircraft carrier by 2023 and is planning to build a third some time afterward. Pakistani land-based CM-401s could force those ships to operate further offshore during a crisis and Pakistan’s ships armed with these missiles could present a new type of threat to India’s capital ships.
Another possible export customer might be Saudi Arabia, which has bought Chinese DF-3 ballistic missiles in the past and has reportedly at least looked into buying more modern DF-21s in recent years. The cramped confines of the Persian Gulf mean would make the CM-401 a formidable weapon against ships and targets on land in any potential skirmish with Iran.
The CM-401 may reflect a larger growth in interest in this type of capability both within the Chinese military and among its foreign partners. The state-owned Chinese Aerospace and Technology Corporation (CASC) also brought an anti-ship missile, the A/MGG-20B, derived from its DF-12/M20 short-range ballistic missile to Zhuhai, though there are few details about its exact capabilities.

Guangdong Hongda Mining Company also brought a model of its HD-1 ramjet-powered high-supersonic anti-ship cruise missile to the airshow. The company claimed that it had test-fired the weapon, which they dubbed a “carrier killer” and uses a booster to get to the necessary for optimal operation of its solid-fueled integral rocket ramjet motor, for the first time in October 2018.
The HD-1 appears to be primarily aimed at competing with the Russo-Indian BrahMos on the export market, but it could also present an alternative to the lower supersonic YJ-12 series. There are no independently verifiable details on which to judge Guangdong Hongda’s claims that their missile is more capable and cheaper than the BrahMos.
In similar news, we finally have images of the HD-1 supersonic cruise missile, developed by a mining & blasting company (of all things). Unlike its competitor the YJ-12E/CM-302, the HD-1 requires an add-on solid booster. pic.twitter.com/Rub7MOTXPU

All told, China looks to be aggressively exploring its options to China wappnet sich zum Krieg gegen USAexpand its shore- and sea-based anti-ship missile capabilities as its military works to reinforce its various territorial claims spread out across the Pacific Ocean, otherwise assert its regional authority, and even take on an increasingly global role. The Chinese government is also clearly keen to find ways to make these weapons accessible to their allies and partners abroad.

http://www.thedrive.com/the-war-zone/24699/china-reveals-short-range-anti-ship-ballistic-missile-designed-to-dodge-enemy-defenses

„Versehentlicher“ Atomkrieg vorhergesagt


15.08.2018

Das US-Magazin „The National Interest“ hat einen Atomkrieg, der versehentlich beginnen könnte, vorhergesagt und mögliche Gründe dafür genannt.
Dem Blatt zufolge haben Weltmächte wie Russland, die USA und China ihre Kommunikationssysteme früher nur für die Überwachung von Starts ballistischer Raketen mit Nuklearsprengköpfen benutzt. Heute würden die Systeme auch Informationen über nicht-nukleare Waffen sammeln, beispielsweise über Raketenabwehrsysteme, die beim Abfangen ballistischer Raketen eingesetzt werden könnten. Deswegen könnten die Systeme versehentlich Atomwaffen mit konventionellen Waffen verwechseln, was zu einem Atomschlag führen könnte.
Darüber hinaus würden die Atommächte ihre Opponenten absichtlich verwirren, indem sie Atom- und konventionelle Waffen an denselben Orten stationierten.
China könne zum Beispiel US-Satelliten angreifen, um amerikanische Kommandosysteme und intelligente Waffen, die auf Satellitenführung angewiesen sind, abzuschalten – weil die Chinesen das trotz der anderslautenden Erklärungen der US-Administration als einen Teil der konventionellen Kriegsführung betrachten würden.
Laut dem Magazin kann der Mangel an speziellen Satelliten sowie die Außerdienststellung von veralteten Systemen auch ein Grund für einen „versehentlichen“ Atomkrieg sein. Die USA würden zurzeit planen, nur vier Advanced Extrem High Frequency (AEHF)-Satelliten in Dienst zu stellen, die sowohl Starts von Atom-  als auch von konventionellen Raketen überwachen würden. Dabei werde bald das amerikanische Satellitenkommunikationssystem Milstar außer Dienst gestellt.
Um die Katastrophe zu vermeiden und einen „versehentlichen“ Krieg nicht beginnen zu lassen, sollten die Atommächte nukleare und nicht-nukleare Waffen voneinander trennen oder spezielle Satelliten schaffen, die Raketen mit nuklearen Sprengköpfen überwachen könnten, so das Magazin
https://de.sputniknews.com/politik/20180815321964011-atomkrieg-russland-usa-national-interest/


Militärexperte kommentiert US-Medienberichte über „versehentlichen“ Atomkrieg
16.08.2018
Raketenangriff-Frühwarnsysteme der USA und Russlands sind effektiv genug und orten Starts ballistischer Raketen problemlos. Das sagte der russische Militärexperte und Politologe Igor Korotschenko, Chefredakteur des Magazins „Nationale Verteidigung“, in einem Interview der Internetzeitung „Vzglyad“ (vz.ru).

In einer Stellungnahme zu US-Medienberichten über einen möglichen „versehentlichen“ Atomkrieg sagte der Experte weiter, das gültige Frühwarnsystem gründe sich gerade auf die Ortung des Starts einer oder mehrerer ballistischer Raketen.
„In Russland und in den USA gibt es ein gestaffeltes Raketenangriff-Frühwarnsystem – bodengestützt mit transhorizontalen Funkmeßstationen und weltraumgestützt mit Satelliten.
Diese Raumapparate ‚hängen‘ in geostationären Umlaufbahnen und orten Starts von Raketen nach deren Triebwerksflammen. Und Radare fixieren die Position ballistischer Raketen während ihres Fluges.“

„Versehentlicher“ Atomkrieg vorhergesagt
Korotschenko zufolge gestatten es die Ortung des Starts und die Berechnung der Flugbahn der Rakete, das anvisierte Ziel zu bestimmen. „Dabei spielt es gar keine Rolle, ob die Rakete mit einem konventionellen oder einem Atomsprengkopf ausgestattet ist.
Apriori gilt es, dass ballistische Raketen atomar bestückt sind.
Daher wird allein schon der Fakt des Starts einer solchen Rakete als Beginn des atomaren Konflikts betrachtet“, sagte er.
Zuvor hatte „The National Interest“ in einer Publikation auf die Möglichkeit eines „versehentlichen“ Atomkrieges hingewiesen. Dem Autor zufolge könnten die USA, Russland und China den Atomkrieg zufällig auslösen – infolge der Spezifik moderner Beobachtungs- und Aufklärungssysteme.
Korotschenko sagte ferner, dass niemand abwarten wird, bis die Rakete ihr Ziel erreicht und explodiert, um dann zu überprüfen, ob sie einen nuklearen oder einen konventionellen Sprengkopf gebracht hat.
„Allein schon der Fakt eines Raketenstarts ist der Erklärung eines Atomkrieges gleich“, betonte er.

Dabei sei eine Fehlkalkulation so gut wie ausgeschlossen, denn die wichtigsten Stationierungsorte interkontinentaler ballistischer Raketen beider Länder sind gut bekannt. „Bei Übungen setzten die USA und Russland einander rechtzeitig davon in Kenntnis. Das gleiche gilt auch für Übungsstars von U-Boot-gestützten ballistischen Raketen“, sagte der Experte.

Bei einem vorab nicht gemeldeten Start einer ballistischen Rakete lasse die Antwort nicht auf sich warten: Der Gegenschlag erfolge sofort.
 „Wir und die Amerikaner sind sich darüber im Klaren, dass keine einzige Handlung unbemerkt und unbestraft bleiben wird. Darauf basiert denn auch das Prinzip der nuklearen Abschreckung.“
Korotschenko teilte ferner mit, dass China noch keine Raketenangriff-Frühwarnsysteme hat. „Nur zwei Länder verfügen über derartige Technik – Russland und die USA.“
https://de.sputniknews.com/politik/20180816321982807-experte-us-medienberichte-versehentlicher-atomkrieg-stellungnahme/

Samstag, 16. März 2019

Militärmacht China – Ein gefährlicher Pentagon-Bericht

10. Februar 2019
von Rainer Rupp

Welche Vision hat China, und welche Rolle will es spielen? Und welche Folgen hätte das für die USA? Wie verändern sich Rolle und Aufgabe der Armee auf dem Weg zu einer modernen und starken Militärmacht? Ein Pentagon-Bericht sucht Antworten.

In dem im Jahr 2015 vom Informationsbüro des chinesischen Staatsrates herausgegebene offiziellen Weißbuch über Chinas Militärstrategie heißt es: „Es ist ein chinesischer Traum, die große Verjüngung der chinesischen Nation zu erreichen. Der chinesische Traum besteht darin, das Land stark zu machen. (…) Ohne ein starkes Militär kann ein Land weder sicher noch stark sein.“

Auf dem Weg zu diesem Ziel scheinen die Chinesen auch in den vergangenen zwei Jahren wieder ein gehöriges Stück weitergekommen zu sein. Das zumindest ist die Quintessenz des letzter Woche erschienenen, 125 Seiten umfassenden Berichts der US-amerikanischen Defence Intelligence Agency (DIA), des militärischen Nachrichtendienstes des Pentagons.

Die DIA-Studie unter dem Titel „Militärmacht China“, die im Zweijahresrhythmus für den US-Kongress erstellt wird, durchleuchtet die bekannten technologischen Fortschritte ebenso wie die Entwicklungen der Strategien des chinesischen Militärs. In den dazwischen liegenden Jahren erscheint ein in der gleichen Struktur aufgebautes Kompendium über die „Militärmacht Russland“.

Anlässlich der Veröffentlichung des DIA-Berichts am Dienstag letzter Woche erklärte ein hochrangiger Vertreter der DIA gegenüber Reportern, dass das chinesische Militär einen „kritischen Wendepunkt“ in seiner Entwicklung erreicht hat. Dies beruhe vor allem auf dem neu gewonnenen Vertrauen in die eigenen militärischen Fähigkeiten. Dies wird u.a. durch die Feststellung im Bericht unterstrichen, dass die Volksbefreiungsarmee (Englisch „People’s Liberation Army, kurz PLA) inzwischen in bestimmten Bereichen der Waffentechnik weltführend sei, wenn auch bei weitem nicht in allen.

„Wir wissen, dass die chinesische Führung die Volksbefreiungsarmee in der Vergangenheit als eine sich entwickelnde und (im Vergleich zu den USA) schwächere Macht angesehen hat“, sagte der DIA-Offizier

Daher bestehe „die größte Sorge“ des Pentagons nun darin, dass die Armee-Führung an einem Punkt angelangt sei, an dem „sie ihrem Präsidenten Xi Jinping tatsächlich sagen kann, dass sie volle Zuversicht in ihr militärisches Können und vollstes Vertrauen in die militärischen und technologischen Fähigkeiten der Volksbefreiungsarmee hat“.

Da der DIA-Offizier offensichtlich den Eindruck hatte, dass die Zuhörer die dramatische Brisanz seiner verklausulierten Ausführungen nicht richtig verstanden hatten, holte er nochmals aus und wurde beim zweiten Mal etwas deutlicher:

„Da viele dieser (chinesischen) Militärtechnologien ausgereift sind und die Umstrukturierung ihres Militärs bereits im Gange ist, und je besser sie (die Armee-Führung) all diese Fähigkeiten beherrscht, besteht die Sorge, dass ein Punkt erreicht wird, an dem sie intern entscheiden werden, zur Lösung regionaler Konflikte ihr Militär einzusetzen, etwas, das unmittelbar bevorsteht.“

Das heißt mit anderen Worten, dass die DIA aktuell damit rechnet, dass bei den nächsten US-Provokationen im Südchinesischen Meer und in der Straße von Taiwan jederzeit der Punkt erreicht werden kann, an dem das Fass der chinesischen Geduld überläuft und – im Vertrauen darauf, dass man regional gegen die USA als Sieger hervorgeht – der Einsatz militärischer Mittel abgesegnet wird. Und trotzdem machen die US-Politabenteurer weiter und planen bereits einen noch größere Provokation in der Straße von Taiwan.

Der DIA-Bericht selbst umreißt mehrere Schlüsselthemen in Chinas Militärstrategie, darunter auch das Konzept der „aktiven Verteidigung“. Laut DIA „interpretiert Peking ‚aktive Verteidigung‘ zum einen als Mandate zur Deeskalation eines Konflikts und zum anderen zur Ergreifung der Initiative während eines Konflikts“.

Dazu gehört, wie die Rede von Präsident Xi während der Parade zum 90. Jahrestag der Volksbefreiungsarmee klarmachte, dass China niemals „Invasion und Expansion“ durchführen werde, aber zugleich niemals „erlauben wird“, dass Teile des chinesisches Territoriums „von China getrennt“ werden. Zu diesem letzten Punkt gehört natürlich vor allem Taiwan, das laut DIA-Bericht korrekt als eines der wichtigsten Anliegen der chinesischen Militärstrategie gilt. „Zugleich“, so der DIA-Bericht weiter, würden „die Herausforderungen der chinesischen Kontrolle in den umstrittenen Gebieten im Ost- und Südchinesischen Meer (von der Reigierung in Peking) als Bedrohung der nationalen Souveränität“ angesehen.

Laut DIA nehme Peking aber auch zu Land etliche Bedrohungen seiner Souveränität und inneren Sicherheit wahr. Dazu gehörten „insbesondere langjährige Bedenken hinsichtlich der Unabhängigkeit Taiwans und des uigurischen und tibetischen Separatismus als einer Entwicklung, die das übergeordnete, strategische Ziel der Fortdauer der kommunistischen Herrschaft in China untergraben könnte“, sagte der Bericht.

Genau deshalb sieht die chinesische Staatsführung in ihrem langfristigen militärischen Modernisierungsprogramm eine unerlässliche Vorbedingung zur Erreichung des „chinesischen Traums“.

Nur ein starkes Militär kann ausländische Mächte davon abhalten, sich in die inneren Angelegenheiten Chinas einzumischen, etwas, was aus Sicht Pekings dennoch tagtäglich geschieht, z.B. im Südchinesischen Meer, in der Taiwan-Frage, mit der Förderung des Islamismus der Uiguren im westchinesischen Xinjiang usw.

Die Erinnerungen an die Erniedrigungen Chinas als Kolonie der westlichen Imperialisten sind noch frisch im kollektiven Gedächtnis der Chinesen, und die von den USA betriebene und durchgesetzte Abspaltung Taiwans stellt weiterhin eine offene Wunde dar. Deshalb stehen die Herstellung der Einheit und die Sicherung der Souveränität des Landes durch ein starkes Militär an oberster Stelle.

Dagegen wird im DIA-Bericht Chinas militärische Modernisierung „als Streben nach Großmachtstatus“ dargestellt, die „es China ermöglichen werde, seinen Willen in der Region durchzusetzen“.

Diese verdrehte Darstellung geschieht sicherlich in der Absicht, bei den Nachbarn Chinas Angst zu schüren und sie wieder enger an Washington zu binden, damit sie die zunehmend provokative, antichinesische US-Militärpolitik der letzten Jahre stützen. Die gleiche Absicht dürfte hinter den Warnungen vor der wachsenden Militärmacht Chinas stecken, die der DIA-Bericht an die westlichen US-Verbündeten richtet. Denn wie alle derartigen Berichte an den US-Kongress ist auch dieser stark eingefärbt und verfolgt innen- und außenpolitische Ziele.

So warnt denn auch der Direktor der Defense Intelligence Agency, Robert P. Ashley, Jr., am Ende des Vorwortes zum DIA-Bericht persönlich vor der neuen „Gelben Gefahr“. Mit der Modernisierung der Volksbefreiungsarmee habe die Führung in „Peking sich einen außenpolitischen Arm für (Militär-)Expeditionen und Machtprojektionen geschaffen, die sich auf militärische Diplomatie und Operationen rund um die ganze Welt einlässt. Mit zunehmender Stärke und Zuversicht werden sich die Staatsoberhäupter unserer Nation einem China gegenübersehen, das darauf besteht, bei globalen Interaktionen eine stärkere Stimme zu haben, was zuweilen im Gegensatz zu den Interessen der USA stehen kann“.

Implizit sagt der DIA-General damit, dass China schon bald rund um die Welt auch den Verbündeten der USA in ihr imperialistisches Hexengebräu spucken könnte, weshalb sie gut daran täten, die militärischen Provokationen der USA im Südchinesischen Meer und in der Straße von Taiwan zu unterstützen, mit denen Peking also – wenn es einen Krieg vermeiden will – politisch in Knie gezwungen werden soll.

Als Antwort auf den DIA-Bericht sagte die Sprecherin des chinesischen Außenministeriums, Hua Chunying, dass aus diesem Bericht die Mentalität des Kalten Krieges spreche.

„In dem Bericht wurden, unter Missachtung der Fakten, Annahmen zu Chinas Entwicklungspfad und strategischen Zielsetzungen gemacht, und zwar unter Anwendung einer Mentalität des Kalten Krieges und auf der Basis eines Nullsummenspiels“, sagte Hua auf einer Pressekonferenz am Mittwoch letzter Woche. Weiter sagte sie: „China fordert das US-Militär auf, die militärische Entwicklung Chinas vernünftig und objektiv zu behandeln und die militärischen Bindungen zwischen den beiden Ländern zu wahren.“
https://kenfm.de/militaermacht-china-ein-gefaehrlicher-pentagon-bericht/

Putin: Russland hat jetzt neue Art von strategischen Waffen

26.12.2018

Die russische Armee hat die Tests des Systems Avantgarde abgeschlossen. Laut Präsident Wladimir Putin soll die neue superschnelle Gleiter-Rakete mit interkontinentaler Reichweite demnächst an die Truppe gehen. Die neuartige Waffe, die mit unglaublichen 20 Mach im Zick-Zack ins Ziel fliegen können soll, hatte Putin bereits im März vorgestellt.

Am Mittwoch haben die russischen Raketentruppen in Dombarowski im Gebiet Orenburg eine Rakete des Typs Avantgarde gestartet. Ihr Hyperschall-Gefechtskopf ging nach Angaben des Verteidigungsministeriums auf dem rund 6000 östlich gelegenen Truppenübungsplatz Kura auf der Pazifik-Halbinsel Kamtschatka zielgenau nieder. Im Flug soll er senk- und waagerecht manövriert haben.. .

Das neue Raketensystem werde im kommenden Jahr in den Dienst gestellt.
„Russland hat eine neue strategische Waffe bekommen, die erste ihrer Art in der Welt. Sie wird die Verteidigung unseres Staates, unseres Volkes in den nächsten Jahrzehnten sicherstellen“, sagte Putin bei einem Treffen mit Regierungsmitgliedern in Moskau.

„Das neue System Avantgarde ist für Luft- und Raketenabwehrmittel des wahrscheinlichen Gegners nicht verwundbar, weder für die bereits existierenden noch für die künftigen.“
Waffenexperte Konstantin Siwkow bestätigte in einem Sputnik-Gespräch, dass Russland mit dem Avantgarde-System den USA fünf bis sechs Jahre voraus sei. „Ein amerikanisches Pendant befindet sich erst in der Entwicklung“, sagte Siwkow, Präsident der Moskauer Akademie für geopolitische Probleme.
https://de.sputniknews.com/politik/20181226323414395-putin-neue-strategische-waffe-dienstantritt/

“US-Medien über Tests der modernsten russischen Hyperschall-Rakete „Avangard“
28.12.2018

Nach dem erfolgreichen Testflug der neuesten russischen Hyperschall-Rakete „Avangard“ sind in diesem Zusammenhang in der US-Presse düstere Reaktionen zu vernehmen.

Die Rakete wurde am 26. Dezember im Beisein des russischen Präsidenten, Wladimir Putin, erprobt. Dabei erreichte sie eine Geschwindigkeit von 27 Mach und somit mehr als 30.000  Stundenkilometer. Dies ermöglicht der Raketen beispielsweise eine dem Äquator entlang erfolgende Erdumrundung innerhalb von 80 Minuten.

Wie die Zeitung „The Washingtoner Examiner“ schreibt, übertreffe das russische Raketensystem jedes Hyperschallsystem der US-Armee. Jedoch verfügten die USA über ein besseres Raketen-Leitsystem und Russlands finanzielle sowie Eingriffsmöglichkeiten würden den amerikanischen nachhinken, heißt es im Artikel.

Der Autor zieht den Schluss, dass „die USA in einem Atomkrieg mit Russland sicherlich siegen, wenn auch die Verluste der Zivilbevölkerung schrecklich sein werden“. Auch wird darauf hingewiesen, dass der US-Raketenschild im Konfliktfall das Territorium des Landes wegen der großen Zahl russischer Raketen nicht richtig schützen könne.

Laut dem Militärmagazin „National Interest“ schätzen die US-Militärexperten die Möglichkeiten der USA, die  Avangard-Rakete abzufangen, nur vage ein.

„Wir haben keinen Schutz, der den Einsatz solch einer Waffe gegen uns verhindern könnte“, zitiert das Magazin den Oberbefehlshaber des Strategischen Kommandos der Vereinigten Staaten John Hyten.

Auch wird betont, dass bei Waffen, die eine Nuklearladung befördern können, sogar eine 50-prozentige Abfangwahrscheinlichkeit eine inakzeptable Bedrohung darstelle. Die Stationierung des Avangard-Komplexes im kommenden Jahr werde Russland im Hyperschall-Rennen gegenüber den USA und China Vorsprung geben.
Der TV-Sender CNBC berichtet unter Berufung auf Sprecher aus US-Geheimdienstkreisen, dass die neue russische Waffe sehr beweglich und unvorhersehbar sei, was ihre Ortung deutlich erschwere. „In einem Bericht des US-Geheimdienstes wird vermerkt, dass der Kreml mit der Indienststellung von Hyperschall-Fluggeräten bis zum Jahr 2020 einen bedeutenden Schritt machen werde, durch den der Kreml die USA und China in dieser Sicht überholen könnte.
https://de.sputniknews.com/politik/20181228323432166-usa-reaktion-test-russland-rakete-hyperschall/

Mit seiner neuen Hyperschallwaffe versetzt Putin die USA in Panik
27.12.2018
Von Gerhard Hegmann

Präsident Putin persönlich gab den Startbefehl. Russland hat erfolgreich eine neue Überschallrakete getestet. Die atomwaffenfähige Interkontinentalrakete „Avangard“ fliegt angeblich 20 Mal schneller als der Schall.

Er ist blitzschnell da und hüpft auf den oberen Schichten der Atmosphäre seinem Ziel entgegen. Russlands Waffengleiter Avangard macht das US-Militär nervös, das bislang keine Verteidigung gegen die neuartige Waffe hat.

Für Russlands Präsident Wladimir Putin ist es ein „Neujahrsgeschenk an die Nation“. Bei Militärs und Rüstungsexperten in den USA und Europa schrillen hingegen die Alarmglocken. Russland hat jetzt – nach eigenen Angaben – eine Interkontinentalrakete mit dem neuartigen Hyperschallwaffengleiter Avangard erfolgreich getestet.

Zwar wurden Videos über den Start vom Raketenstützpunkt Dombarowski im südlichen Ural veröffentlicht. Der Gleiter soll dann erfolgreich das 6000 Kilometer entfernte Waffentestgelände Kura auf der östlichen Halbinsel Kamtschatka erreicht haben. Bilder von dem superschnellen Waffengleiter gibt es jedoch nicht.

Das wären aber die eigentlich interessanten Fotos und weniger die Rakete. Bei ihr handelt es sich nämlich um die vierte Version eines seit 40 Jahren eingesetzten Modells. Der angesehene US-Raketenexperte Jonathan McDowell spricht in einer Twitter-Meldung von der Interkontinentalrakete UR-100NU mit dem Avangard-Wiedereintritts-Vehikel, das soeben getestet wurde.

Für Branchenkenner kommt der jetzt veröffentlichte Neujahrsraketenflug wenig überraschend. Eher gibt es noch mehr Sorge um die Konsequenzen. Putin hatte den Waffengleiter Avangard bereits im März als eine von mehreren neuen Rüstungstechniken der Russen vorgestellt, darunter superschnelle Torpedos oder hyperschallschnelle Waffen, also mit Geschwindigkeiten jenseits von fünffacher Schallgeschwindigkeit...

Die Besonderheit des Gleiters Avangard, der mit Atomsprengköpfen oder konventioneller Sprengtechnik ausgerüstet werden könnte, ist seine Manövrierbarkeit.

Er soll nicht wie bei einer herkömmlichen ballistischen Interkontinentalrakete aus dem Weltraum auf sein Ziel stürzen, sondern mit zehn bis zwanzigfacher Schallgeschwindigkeit sein Ziel durch Manöver in der oberen Atmosphäre ansteuern. „Das können wellenförmige Flugkurven sein, wie ein Stein, der über Wasser springt“, erklärt ein Branchenexperte, der anonym bleiben möchte, den Flugverlauf. Durch die Manövrierbarkeit bleibt bei den Hyperschallgleitern praktisch geheim, auf welches Ziel sie eigentlich zusteuern, heißt es bei der US-Denkfabrik Rand Corporation...

„Wir haben keine Verteidigung, die den Einsatz einer solchen Waffe gegen uns verhindern könnte“, gab John Hyten, Befehlshaber des Strategischen Kommandos der USA, bereits Ende März im Streitkräfteausschuss des US-Senats zu...

Die größte Bedrohung durch den russischen Avangard-Waffengleiter resultiert dabei nicht allein aus dem Umstand der extrem hohen Geschwindigkeit in Verbindung mit der Manövrierbarkeit, sondern durch Probleme der Entdeckung und exakten Bahnverfolgung. Nur dann könnte der Gleiter auch zerstört werden, wie dies derzeit bei den Direkttreffern durch Abwehrraketen gegen die Sprengköpfe von Interkontinentalraketen geplant ist, die noch vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre zerstört werden sollen. Experten sprechen von der „Hit-to-kill-Technik“.

Die aktuellen US-Radare können jedoch bislang nicht über ausreichend große Distanzen aufklären. „Sie müssen Tausende von Kilometern sehen, nicht Hunderte“, erklärte erst vor zwei Wochen Michael Griffin, Chefingenieur des Pentagons und Ex-Chef der Nasa, bei einer Expertenanhörung. Griffin verwies auf die Krümmung der Erdkugel, weshalb der weite Blick von Radaren nur beschränkt möglich ist.
Das Problem werde aus Sicht der USA durch die Weite des westlichen Pazifischen Ozeans und das Fehlen von Inseln für Radaranlagen verschärft. „Es gibt nicht viele Orte, an denen Radargeräte geparkt werden können“, sagte Griffin. „Und wenn Sie welche gefunden haben, werden sie wahrscheinlich zu Zielen.“ Weil die Radarsignaturen der Hyperschallwaffen zehn bis 20 Mal schwächer seien, müssten die USA wohl ein Netz mit Aufklärungssensoren im Weltraum installieren.

Griffin verwies darauf, dass nicht allein Russland, sondern auch China intensiv an Hyperschallwaffen arbeite und inzwischen die USA übertreffe. „China hat im letzten Jahr mehr Hyperschallwaffen getestet als wir in einem Jahrzehnt“, sagt Griffin. „Das müssen wir ändern.“ So soll im August der chinesische Testwaffengleiter Starry Sky 2 bei Wellenfahrten in der oberen Atmosphäre über sechs Minuten lang 5,5-fache Schallgeschwindigkeit erreicht haben.

Die größte Herausforderung für Hyperschallwaffen-Entwickler sind die extrem hohen Temperaturen beim Flug. Die Oberfläche des Gleiters muss der Reibungshitze widerstehen und gleichzeitig die Form behalten, weshalb keine abschmelzbaren Hitzeschilde verwendet werden können. Zudem soll der Gleiter noch steuerbar sein. „Das ist keine leichte Aufgabe.“ Wie es unter Rüstungsexperten heißt, werden sich die USA die Bahndaten des jüngsten Avangard-Fluges genau anschauen, wie erfolgreich er tatsächlich war.
https://de.sputniknews.com/panorama/20181229323441520-russland-avangard-usa-panik/


Why America Should Fear Russia's New Avangard Hypersonic Weapon: "We Don't Have Any Defense"
December 26, 2018
by Mark Episkopos

Russian President Vladimir Putin’s March 1, 2018 annual annual state-of-the-nation address became his most-cited since his 2007 Munich speech . “Listen to us now,” he warned NATO after unveiling several hypersonic, nuclear-capable weapons: the Kinzhal missile system, Sarmat ICBM, and the Avangard glide vehicle.

The March 1st adress fell under a similar criticism: the Kremlin is bluffing, signaling capabilities that it doesn’t have to drive NATO to the negotiating table on terms favorable to Russia. But subsequent developments have borne out an altogether different truth: these weapons are, in fact, quite real, and pose varying levels of strategic threat.

The latest confirmation of Russia’s hypersonic weapons development progress came earlier today, when President Putin announced that the Avangard system had been successfully tested: "On my instructions the industrial enterprises and the Defense Ministry have prepared for and carried out the final test of this system… the test was completely successful: all technical parameters were verified," he said to his cabinet.

Putin added that Avangard is on the verge of deployment readiness: "Starting from next year, in 2019, a new intercontinental strategic system Avangard will enter service in the Russian army and the first regiment in the Strategic Missile Troops will be deployed."

Avangard, also known as “Objekt 4202,” is a hypersonic boost-glide missile system that is supposed to combine a high-performance ballistic missile with an unmanned glider vehicle for significant improvements in maneuverability and sustained top speed. This technology allows Avangard missiles to travel at up to 20 Mach or approximately 24,700 km per hour, a speed made possible by the use of “new composite materials” to stay within a stable range of 1,600 to 2,000 degrees celsius.

This design translates into a missile that is not only more difficult, but impossible to intercept according to Putin: “The Avangard is invulnerable to intercept by any existing and prospective missile defense means of the potential adversary.” The Russian president adds that this is due to the extreme agility made possible by its boost-glider, enabling “lateral” and “vertical” evasive maneuvers by “several thousand kilometers.”

As it stands, U.S. military experts offer a grim assessment of America’s ability to intercept such a missile: “We don’t have any defense that could deny the employment of such a weapon against us,” said US Air Force General John E. Hyten, the Commander of US Strategic Command. It should be noted that, for a weapon with potential capabilities as devastating as the nuclear-capable Avangard system, even a relatively optimistic interception rate of, say, 50% still would pose an unacceptable risk.

A 2019 deployment schedule would put Russia ahead of China and the U.S. in the hypersonic, nuclear-capable boost-glider arms race. China’s hypersonic glider analogue to Avangard, the  DF-ZF, is still in testing and appears to be on track for a 2020 release. Less is known of concrete American production plans, with some experts suggesting that that US research is driven by different objectives in non-nuclear hypersonic boost-glide system research.

Russia’s focus on advanced, nuclear-capable hypersonic weapons with purported first-strike capability like Avangard reflects a particular-kind of strategic thinking: researching, developing, and manufacturing a few un-interceptable nuclear warheads that can be more cost-effective over the long term than trying to match NATO’s combined output of conventional strategic weapons.
unbekannt waren. Das High-Tech-Arsenal, das weltweit nichts seinesgleichen kennen soll, wurde am Donnerstag von dem Präsidenten Wladimir Putin persönlich vorgestellt...