Samstag, 16. März 2019

Wie Russland den globalen Kräftestand ausgleicht

23.05.2018
Nikolai Protopopow

Bevor eine Interkontinentalrakete ihre Flugbahn erreicht hat, ist sie für gegnerische Abfangraketen eine relativ leichte Beute. Russlands Atomstreitmacht stellt bald Raketen in Dienst, die den Gegner auch in dieser Hinsicht übervorteilen können – durch Schnellstart, Hyperschall und unabsehbare Manöver. Bestehende Rüstungsabkommen bleiben bestehen.

Der große Wirkungsradius und die teilbaren, deshalb schwer abzuwehrenden Sprengköpfe machen die „Satans“ immer noch zu einer furchterregenden Waffe. Die SS-18 „Satan“ ist der Nato-Code für die russische Interkontinentalrakete R-36M „Wojewoda“.

Gegen diesen ballistischen Flugkörper haben die USA ihr Raketenschild entwickelt, die Abwehrsysteme AEGIS und THAAD.

Inzwischen sind die „Satans“ aber in die Jahre gekommen. Seit drei Jahrzehnten befinden sie sich in den Startsilos der russischen Atomstreitkräfte in Gefechtsbereitschaft. In zwei Jahren sollen sie abgelöst werden:

RS-28 „Sarmat“ heißt der ebenfalls silogestützte Nachfolger mit interkontinentaler Reichweite.

Eine der Stärken der „Sarmat“ ist der Schnellstart. Das heißt, die schwere Interkontinentalrakete kann innerhalb kürzester Zeit ihre Flugbahn erreichen und Kurs auf den Zielpunkt nehmen (gerade während dieser aktiven Flugphase ist die Rakete sehr verwundbar). Auch ist die Anflugzeit der Gefechtsköpfe auf das Ziel drastisch verkürzt worden. Zudem können die Sprengköpfe im Zielanflug mit Hyperschallgeschwindigkeit manövrieren.

Wegen dieser Eigenschaften könne die Flug- und Raketenabwehr des Gegners die Gefechtsköpfe der „Sarmat“ weder erfassen noch abschießen, sagt der Militärexperte Alexej Leonkow.

„Die Reichweite von Sarmat beträgt circa 18.000 Kilometer. Die Rakete kann also jeden Punkt auf der Welt sowohl über den Nord- als auch über den Südpol anfliegen. Sarmat vernichtet jedes Ziel, wo auch immer es ist. Keine Raketenabwehr wird sie aufhalten können.“ Es ist deshalb fraglich, ob der US-Raketenschild nach der Indienststellung von „Sarmat“ noch etwas taugen wird.

Die neue Interkontinentalrakete kann mit zweierlei Gefechtsköpfen bestückt werden: Entweder 15 Stück mit einer Sprengkraft von 450 Kilotonnen oder 10 Stück à 750 Kilotonnen, je nach Einsatzziel.

Ein Jahr vor „Sarmat“, also schon 2019, bekommen die russischen Streitkräfte den Raumgleiter „Avantgard“.

Das Fluggerät wird mit einer ballistischen Rakete in den erdnahen Orbit gebracht und nimmt von dort aus Kurs auf das Ziel. Mit bis zu 20-facher Schallgeschwindigkeit rast der Raumgleiter auf den Zielort zu – auf einer für die Flug- und Raketenabwehr unberechenbaren Bahn.

„Wegen der gigantischen Reibung entsteht eine Plasma-Wolke um das Fluggerät herum“, erklärt der Experte Leonkow. „Die Entwickler haben Enormes geleistet, bei der Erstellung der Werkstoffe für den Rumpf, beim Schutz der Elektronik. Der Raumgleiter ist im Grunde ein Meteorit, den kein Abfangsystem auf der Welt abschießen kann.“

Der Raumgleiter ist so ausgelegt, dass er einen atomaren Gefechtskopf der Megatonnen-Klasse aufnehmen kann – zur Bekämpfung von Zielen im tiefen Hinterland des Gegners. Dabei ist das Gerät universell einsetzbar, kann ebenso aus einem Silo heraus gestartet werden wie von einer mobilen land- oder seegestützten Plattform.

Die kommende Modernisierung der strategischen Kräfte der russischen Streitmacht ist ein erforderlicher Schritt, um das globale Kräfteverhältnis wiederherzustellen.

Denn die Vereinigten Staaten entwickeln ihre Atomstreitkräfte seit den 2000er Jahren gemäß der Strategie des Prompt Global Strike, eines globalen Blitzschlags. Zugleich bauen die USA ihr Raketenabfangsystem immer weiter aus. Die Amerikaner gehen sogar soweit, Maßnahmen zur Zerstörung des INF-Vertrags zu ergreifen. Dadurch werden die Atomächte in die 1950er Jahre zurückgeworfen, als es überhaupt keine Absprachen zu Rüstungsvorhaben gab.

Die Zeit drängt also: „Die neuen schweren Interkontinentalraketen werden bereits bei Anbruch der 2020er Jahre benötigt“, mahnt Peter Below, ein hochrangiger Veteran der russischen Atomstreitkräfte.

„Sollte die russische Rüstungsindustrie die gesetzten Fristen aus irgendeinem Grund nicht einhalten, fallen wir in ein Loch, in dem wir absolut schutzlos sein werden.“ Seiner Ansicht nach bleiben die silogestützten Interkontinentalraketen das beste Mittel der atomaren Abschreckung: „Sie sind größtenteils tief im Landesinneren stationiert. Entsprechend schwerer ist es, sie abzufangen – im Vergleich zu luft- oder seegestützten Raketen“, erklärt der Fachmann.

Was internationale Abkommen betrifft, so hält Russland alle ein: den Atomwaffensperrvertrag, das Atomteststoppabkommen und das New-START-Abkommen. Russland ersetzt einfach alte Interkontinentalraketen durch neue, die Zahl der Trägersysteme bleibt dabei gleich.
https://de.sputniknews.com/technik/20180523320836044-sarmat-satan-rakete/


Neue russische Interkontinentalrakete schockiert China und USA Wadim Sawizki
09.03.2016

Die russische Interkontinentalrakete RS-26 Rubesch hat Militärexperten weltweit erstaunt, wie die Zeitung Rossijskaja Gaseta schreibt. In einer chinesischen TV-Sendung Anfang März lobte ein Verteidigungsexperte die Eigenschaften der russischen Rakete und sagte, dass kein amerikanisches Raketenabwehrsystem in der Lage wäre, sie zu stoppen.

Die RS-26 habe gar keine Analoga in der Welt, so der chinesische Experte, denn sie ändere ständig ihre Flugbahn."Diese ist sogar besser als die berühmte Topol-M-Rakete…

Ihre Sprengköpfe sind auf einem Überschallniveau und ändern ständig ihren Kurs. Einige von ihnen werden jedes existierende Raketenabwehrsystem durchdringen und ihr Ziel erreichen", fügte er hinzu.

Auf die Frage, ob die neue russische Interkontinentalrakete die Amerikaner schockiert hätte, sagte der Experte, dass nicht nur die Amerikaner nun ratlos wären, sondern auch die Chinesen.

"Russland ist nun zu 100 Prozent sicher, wie niemand anders", betonte er.

Interessant ist, dass die Beschleunigungsphase der Rakete weniger als fünf Minuten dauert und somit die Radare der Nato in Europa nicht in der Lage sind, den Start zu registrieren.

Diese neue Interkontinentalrakete wurde als Antwort auf die US-Pläne zur Stationierung eines globalen Raketenabwehrsystems an den Grenzen Russlands entwickelt. Die RS-26 Rubesch soll noch 2016 einsatzbereit sein.
https://de.sputniknews.com/militar/20160309308327730-rakete-schockiert-china-usa/



Interkontinentalraketen Topol-M offroad in Russland unterwegs –
17.11.2017
Auf einem Militärgelände in Südrussland haben sich die Fahrer der mobilen Raketensysteme vom Typ „Topol-M“ Extremtrainings unterzogen, wie das Portal „Rg.ru“ schreibt. Auf den Aufnahmen, die kürzlich im Internet erschienen, ist zu sehen, wie ein rund 44 Tonnen schweres Startfahrzeug des Komplexes über die Stecke rast.

Das Gefechtsgewicht der 22 Meter langen Topol-M-Rakete beträgt 47 Tonnen. Für deren Transport wurde das Fahrzeug MAZ-7922 mit der Antriebsformel 16x16 speziell entwickelt, bei der alle acht Achsen lenkbar sind. Dabei ist der Bodendruck des Systems niedriger als bei einem gewöhnlichen Lastwagen. Diese Eigenschaften verschaffen der Maschine eine bessere Geländegängigkeit.
Der 12-Zylinder-Dieselmotor des Systems bringt 800 PS Leistung. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 45 Stundenkilometern, die Reichweite beträgt 500 Kilometer.

Die Topol-Systeme bilden den Kern der strategischen Raketentruppen Russlands.

Der Sprengkopf der Rakete kann während des Überschallfluges komplizierte Manöver durchführen, die von derzeit geläufigen Luftabwehrraketen nicht verfolgt werden können. Die silogestützten Raketensysteme sind seit 1997 und die mobile Modifikation seit 2006 im Dienst.
https://de.sputniknews.com/videos/20171117318330574-interkontinentalraketen-topol-offroad-unterwegs-russland/