Mittwoch, 28. April 2021

 

Vollständige Luftüberlegenheit der USA zum ersten Mal seit dem Koreakrieg gekippt

22 Apr. 2021

US-General: Militärische Überlegenheit der USA in Nahost schwindet durch Einsatz iranischer Drohnen

Der Einsatz von iranischen Drohnen zur Luftüberwachung und für Angriffe im Nahen und Mittleren Osten hat die vollständige Luftüberlegenheit der USA zum ersten Mal seit dem Koreakrieg gekippt. Dies erklärte der US-Kommandant im Nahen Osten, General McKenzie, gegenüber dem US-Kongress.

Iran stelle eine “tägliche Bedrohung” für die USA und ihre Verbündeten im Nahen Osten dar, da die militärische Überlegenheit der USA in der Region nachlasse, sagte der oberste US-Kommandant im Nahen Osten, General Frank McKenzie, am Dienstag gegenüber dem US-Kongress.

Der Nahe Osten sei ein Knotenpunkt globaler Interessen und die historisch wichtigste Region für ausländische Mächte, wo sie um Einfluss und Ressourcen rivalisieren.

Nacht des Schreckens: US-Soldaten berichten über iranischen Raketenangriff auf Al Asad-Basis im Irak

Seit Januar hätten von Iran unterstützte Huthi im Jemen mehr als 150 ballistische Raketen-, Marschflugkörper- und Drohnenangriffe gegen “Militär-, Infrastruktur- und zivile Ziele” in Saudi-Arabien abgefeuert, erklärte der Chef des US-Zentralkommandos (CENTCOM), General McKenzie, vor dem House Armed Services Committee im US-Repräsentantenhaus.

McKenzie warnte, dass der weitverbreitete Einsatz kleiner und mittlerer Drohnen für die Luftüberwachung und den Angriff durch Iran bedeute, dass “wir zum ersten Mal seit dem Koreakrieg ohne vollständige Luftüberlegenheit operieren”.

Das mutmaßliche Ausmaß der von Iran unterstützten Angriffe in der Region gegen die USA und ihre Verbündeten macht die anhaltende Herausforderung für US-Truppen im Nahen Osten deutlich. Und das insbesondere seit der Ermordung des iranischen Generals Qassem Soleimeni auf Befehl des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump. Als Vergeltung für die Ermordung Soleimanis Anfang des Jahres 2020 beschoss Iran die US-Militärbasis Al Asad im Irak mit ballistischen Raketen. Trotz dieses Luftschlags auf die US-Militärbasis schwor Iran seither mehrfach Rache für die Ermordung.

Pentagon gibt Videoaufnahmen frei: Iranische Raketen schlagen auf US-Basis im Irak ein

Pentagon gibt Videoaufnahmen frei: Iranische Raketen schlagen auf US-Basis im Irak ein

https://de.rt.com/der-nahe-osten/113866-neues-videomaterial-iranische-raketen-schlagen-auf-us-basis-im-irak-ein/

3 Mär. 2021 

 

Das Pentagon veröffentlichte nie zuvor gesehenes Videomaterial, das Sperrfeuer iranischer Raketen zeigt, die im vergangenen Jahr auf den US-Luftwaffenstützpunkt Al Asad im Irak abgefeuert wurden. Die Iranische Revolutionsgarde lancierte Raketenangriffe als Reaktion auf die Ermordung des iranischen Generalmajors Qassem Soleimani, die vom ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump angeordnet worden war.

Nacht des Schreckens: US-Soldaten berichten über iranischen Raketenangriff auf Al Asad-Basis im Irak

Nacht des Schreckens: US-Soldaten berichten über iranischen Raketenangriff auf Al Asad-Basis im Irak

Das US-Zentralkommando gab das Filmmaterial am Wochenende für die Sendung 60 Minutes auf CBS frei, in der US-Soldaten über den iranischen Raketenangriff auf die Basis Al Asad im Irak berichteten.

In der Drohnen-Luftaufnahme sind ballistische Raketen zu sehen, die in die Flugzeugwartungshallen und andere Basiseinrichtungen einschlagen und deren Explosion gewaltige Rauchsäulen im Himmel auslösen. Das Filmmaterial wurde am 8. Januar 2020 von einer US-Drohne aufgenommen, die über der Basis flog – etwa fünf Tage, nachdem Soleimani bei einem US-Luftangriff in der Nähe des Flughafens von Bagdad ermordet worden war.

Der Iran habe insgesamt 16 Raketen von drei Orten aus abgefeuert – fünf Raketen hätten die Basis verfehlt, elf seien aber in Al Asad eingeschlagen, sagte der oberste US-Kommandant im Nahen Osten, General Frank McKenzie, im Interview mit CBS. McKenzie räumte allerdings ein, dass die iranischen Raketen ihre Ziele sehr genau getroffen hätten. 

Während US-Militärbeamte seinerzeit den Geheimdienst dafür gelobt hatten, dass dieser sie auf einen bevorstehenden iranischen Angriff aufmerksam gemacht hatte, was die Evakuierung von Flugzeugen und anderen Vermögenswerten ermöglicht habe, stellte der damalige irakische Premierminister Adel Abdul Mahdi fest, dass der Iran selbst Bagdad kurz vor dem Raketenangriff informiert und Irak daraufhin Informationen an Washington weitergeleitet habe. Die iranische Führung argumentierte auch, dass der Iran bei seinem Raketenangriff eher auf einer Machtdemonstration abzielte als auf Opfer und Zerstörung. 

General McKenzie hob unter anderem die wachsende regionale Präsenz Chinas und Russlands im Nahen Osten hervor. Beide Staaten nutzten ihre Nähe zur Region, ihre historischen Beziehungen und den wahrgenommenen Rückgang des US-Engagements im Nahen Osten, um “opportunistische” Beziehungen aufzubauen und zu stärken.

Russland spiele “die Rolle des Spielverderbers” für die USA, indem es militärische Mittel einsetzt, Operationen und Aktivitäten in der Grauzone führt, um den Einfluss der USA im Nahen Osten zu untergraben, sagte der US-General. China hingegen “nutzt überwiegend wirtschaftliche Mittel, um regionale Straßen zu etablieren, mit dem langfristigen Ziel, seine militärische Präsenz zu erweitern, um lebenswichtige Energie- und Handelsrouten zu sichern”.

Zehn Jahre Krieg in Syrien: Ein Kampf gegen Barbarei und Regime-Change-Agenda

28 Apr. 2021 USA und Israel richten Sonderarbeitsgruppe ein

Angesichts des wachsenden Einflusses Irans in der Region, insbesondere seiner zunehmenden militärischen Fähigkeiten, einigten sich der Nationale Sicherheitsberater in den USA, Jake Sullivan, und sein israelischer Amtskollege Meir Ben-Shabbat bei einem Treffen in Washington darauf, eine Sonderarbeitsgruppe einzurichten, die sich auf die Raketen- und Drohnenfähigkeiten der Islamischen Republik konzentriert.

Nacht des Schreckens: US-Soldaten berichten über iranischen Raketenangriff auf Al Asad-Basis im Irak

Die Ankündigung erfolgte nach einem bilateralen Treffen von US-amerikanischen und israelischen Delegationen am Dienstag in der israelischen Botschaft, berichtete die Jerusalem Post. Israels Botschafter in den USA Gilad Erdan, Sicherheitsberater Ben-Shabbat und sein Stellvertreter Reuven Azar vertraten die israelische Seite, während US-Sicherheitsberater Sullivan und Barbara Leaf, Senior-Direktorin für den Nahen Osten und Nordafrika im Nationalen Sicherheitsrat, die USA vertraten. 

Die US-amerikanischen und israelischen Beamten diskutierten in Washington, so die Erklärung aus dem Weißen Haus, über “ernsthafte Bedenken” hinsichtlich der Fortschritte im iranischen Atomprogramm und der Raketenfähigkeiten sowie des wachsenden Einflusses Irans in der Region, in der Teheran wiederholt den westlichen Interessen entgegentrete.

Schattenkrieg zwischen Iran und Israel eskaliert: Nach Sabotageakt in Natanz schlägt Iran zurück

Der Einsatz von iranischen Drohnen zur Luftüberwachung und für Angriffe im Nahen und Mittleren Osten habe die vollständige Luftüberlegenheit der USA zum ersten Mal seit dem Koreakrieg gekippt. Dies erklärte unlängst der US-Kommandant im Nahen Osten, General Frank McKenzie, gegenüber dem US-Kongress.

In diesem Zusammenhang kommentiert das US-Magazin Foreign Affairs, dass die jüngsten israelischen Aggressionen gegen Iran die “Sicherheitsbedenken” von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und sein “zunehmendes Misstrauen” gegenüber den Vereinigten Staaten widerspiegelten. Netanjahu glaube nicht, dass die Vereinigten Staaten die mutmaßlichen “Bedrohungen”, die vom iranischen Atomprogramm sowie den Raketenfähigkeiten ausgehen, “vollständig berücksichtigen”. 

Eine Eskalation mit Iran habe sich für Netanjahu als optimal erwiesen, da er mit innenpolitischen Problemen wie Korruptionsvorwürfen sowie einer politischen Pattsituation konfrontiert sei.

“Washington müsste Netanjahu klarmachen, dass eine weitere Eskalation mit Iran die Beziehungen zwischen den USA und Israel schädigen würde.”

Sollten die USA zum Atomabkommen zurückkehren, ohne dabei das iranische Programm für ballistische Raketen oder dessen Aktivitäten in der Region miteinzubeziehen, dann werde sich, so Foreign Affairs, Israel in einer “unhaltbaren Position” befinden.

https://de.rt.com/international/116717-irans-zunehmende-militarische-fahigkeiten-usa/

Ein Jahr nach Ermordung von General Soleimani: Tausende protestieren gegen USA 

Pepe Escobar: Das Wiener Schattenspiel

Von Pepe Escobar asiatimes.com

Nur wenige Menschen, abgesehen von Spezialisten, dürften von der JCPOA Joint Commission gehört haben. Das ist die Gruppe, die mit einer Sisyphusarbeit betraut ist: dem Versuch, das Iran-Atomabkommen von 2015 durch eine Reihe von Verhandlungen in Wien wiederzubeleben.

Das iranische Verhandlungsteam war gestern wieder in Wien, angeführt vom stellvertretenden Außenminister Seyed Abbas Araghchi. Das Schattenspiel beginnt mit der Tatsache, dass die Iraner mit den anderen Mitgliedern der P+1 – Russland, China, Frankreich, Großbritannien und Deutschland – verhandeln, aber nicht direkt mit den USA.

Das ist schon etwas: Immerhin war es die Trump-Administration, die das JCPOA gesprengt hat. Es gibt zwar eine amerikanische Delegation in Wien, aber die redet nur mit den Europäern.

Das Schattenspiel geht in die Hose, wenn jeder Wiener Kaffeetisch die roten Linien Teherans kennt: Entweder es geht zurück zum ursprünglichen JCPOA, wie es 2015 in Wien vereinbart und dann vom UN-Sicherheitsrat ratifiziert wurde, oder gar nichts.

Zumindest in der These ist die Debatte also noch nicht zu Ende. Araghchi: „Es gibt zwei Arten von US-Sanktionen gegen den Iran. Erstens kategorisierte oder sogenannte Sparten-Sanktionen, wie Öl-, Banken- und Versicherungs-, Schifffahrts-, Petrochemie-, Bau- und Autosanktionen, und zweitens Sanktionen gegen reale und legale Personen.“

Das verhängnisvolle Fateh

Was keiner der Akteure im Schattenspiel zugeben kann, ist, dass die Wiederbelebung des JCPOA verblasst, verglichen mit dem eigentlichen Problem: der Macht der iranischen Raketen.

Bei den ursprünglichen Verhandlungen 2015 in Wien – verfolgen Sie sie in meinem E-Book Persische Miniaturen – haben Obama-Biden 2.0 alles in ihrer Macht stehende getan, um Raketen in den Deal aufzunehmen.

Jedes Sandkorn in der Negev-Wüste weiß, dass Israel nichts unversucht lassen wird, um seine Vormachtstellung bei Atomwaffen im Nahen Osten zu behalten. Durch ein spektakuläres Kabuki bleibt die Tatsache, dass Israel eine Atommacht ist, für den Großteil der Weltöffentlichkeit „unsichtbar“.

Während Khamenei eine Fatwa erlassen hat, die eindeutig besagt, dass die Herstellung, Lagerung und Verwendung von Massenvernichtungswaffen – einschließlich Atomwaffen – haram (vom Islam verboten) ist, fühlt sich Israels Führung frei, Stunts wie die Sabotage des (zivilen) iranischen Atomkomplexes in Natanz durch den Mossad anzuordnen.

Der Leiter des Energieausschusses des iranischen Parlaments, Fereydoun Abbasi Davani, beschuldigte sogar Washington und London, Komplizen bei der Sabotage von Natanz zu sein, da sie wohl Informationen an Tel Aviv geliefert hätten.

Doch nun sprengt eine einsame Rakete buchstäblich einen großen Teil des Schattenspiels.

Am 22. April, mitten in der Nacht vor dem Morgengrauen, explodierte eine syrische Rakete nur 30 km entfernt vom hochsensiblen israelischen Atomreaktor von Dimona. Der offizielle – und hartnäckige – israelische Spin: dies war ein „Irrläufer“.

Nun, nicht wirklich.

Hier – drittes Video von oben – ist Filmmaterial von der ziemlich bedeutenden Explosion. Ebenfalls bezeichnend ist, dass Tel Aviv absolut stumm blieb, als es darum ging, eine Rakete als Beweis für die Identität anzubieten. War es eine alte sowjetische 1967 SA-5? Oder, was wahrscheinlicher ist, eine iranische Fateh-110 Kurzstrecken-Boden-Boden-Rakete von 2012, die in Syrien als M-600 hergestellt wurde und auch im Besitz der Hisbollah ist?

Ein Fateh-Stammbaum ist in der beigefügten Grafik zu sehen. Der unschätzbare Elijah Magnier hat einige sehr gute Fragen über den Beinahe-Treffer von Dimona gestellt. Ich habe ihn mit einer ziemlich erhellenden Diskussion mit Physikern ergänzt, mit Input von einem militärischen Geheimdienstexperten.

Die Fateh-110 funktioniert wie eine klassische ballistische Rakete, bis zu dem Moment, in dem der Sprengkopf anfängt zu manövrieren, um der ABM-Abwehr zu entgehen. Die Präzision beträgt bis zu 10 Meter, nominell 6 Meter. Sie hat also genau dort eingeschlagen, wo sie einschlagen sollte. Israel hat offiziell bestätigt, dass die Rakete nicht abgefangen wurde – nach einer Flugbahn von etwa 266 km.

Dies öffnet eine ganz neue Büchse. Es impliziert, dass die Leistung der viel gepriesenen und kürzlich aufgerüsteten Iron Dome bei weitem nicht so gut ist – und das ist ein Euphemismus. Die Fateh flog so niedrig, dass Iron Dome sie nicht identifizieren konnte.

Die unvermeidliche Schlussfolgerung ist, dass dies eine Kombination aus Botschaft und Warnung war. Aus Damaskus. Mit einem persönlichen Stempel von Bashar al-Assad, der einen solch sensiblen Raketenstart freigeben musste. Eine Nachricht/Warnung, die über iranische Raketentechnologie übermittelt wurde, die der Achse des Widerstands vollständig zur Verfügung steht – was beweist, dass regionale Akteure über ernstzunehmende Tarnfähigkeiten verfügen.

Es ist wichtig, sich daran zu erinnern, dass, als Teheran eine Salve bewusst älterer Fateh-313-Versionen auf den US-Stützpunkt Ayn al-Assad im Irak schickte, als Reaktion auf die Ermordung von General Soleimani im Januar 2020, die amerikanischen Radare leerliefen.

Iranische Raketentechnologie als oberste strategische Abschreckung. Das ist das Schattenspiel, das Wien zum Nebenschauplatz macht

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